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Fabian: Prozesstag 12

Prozesstag 12 – 16.06.2026

 

Vorbemerkungen

Die Verteidigung betritt den Gerichtssaal mit zwei blauen Müllsäcken mit Kleidung von Gina H.s Sohn. Diese Kleidung wurde von Matthias R. als die identifiziert, die auch Fabian hin und wieder trug. Da unter Fabians Fingernägeln blaue Faserspuren gefunden wurden, die zu einem blauen Pullover von Gina H. gehören sollen, wird darum gebeten, die Kleidung ihres Sohnes zu untersuchen. Die Verteidigung geht davon aus, dass die Faserspuren unter Fabians Fingernägeln von der Kleidung stammen, die er sich mit J. teilte und sie durch die eigene Verwendung Faserspuren unter seinen Fingernägeln hinterließen.

 

Zeuge Olaf K. – Bester Freund von Gina H.

Die beiden kennen sich seit dem Jahr 2020. Zu dieser Zeit ist Olaf K. auf ein angrenzendes Grundstück von Gina H. gezogen. Im Laufe der Zeit wurden die beiden Freunde. Olaf K. half ihr immer wieder mit den Pferden und auch Fabian habe er durch diese Verbindung kennengelernt. Er sei zudem mit Ginas Großeltern befreundet. Olaf K. gibt an, Gina H. auch finanziell unterstützt zu haben, vor allem dann, wenn Matthias R. ihr kein Geld gegeben habe. Es seien kleinere Beträge gewesen, damit sie sich Lebensmittel habe kaufen können. Matthias R. habe sehr viel gearbeitet, die Beziehung zwischen ihm und Gina sei jedoch nicht gut gewesen. Ärger und Streit seien an der Tagesordnung gewesen. Vor allem der Alkoholkonsum von Matthias R. sei hier ein immer wieder auftauchender Faktor gewesen und auch über Fabian habe man sich immer wieder gestritten. Einmal berichtete Gina H. sogar von Handgreiflichkeiten.
Im Hinblick auf Fabian sei es bei den Streitereien darum gegangen, dass Matthias R. nicht anwesend gewesen, wenn sein Sohn zu Besuch war und Gina H. die Betreuung habe übernehmen müssen. Zudem sei Matthias R. sehr streng mit Fabian gewesen und habe ihn z.B. auch mal in sein Zimmer einschließen wollen. Gina H. habe von diesen Methoden nichts gehalten.
Auch Ginas Eifersucht sei immer wieder ein Streitthema gewesen. Vor allem Matthias R.s Facebook Kontakte habe sie kontrolliert und hinterfragt. Zudem habe sie ihm unterstellt, dass er ihr mit Dorina L. fremdgegangen sei. Dorina sei ihr ein besonderer Dorn im Auge gewesen. Gina H. habe verlangt, dass Matthias R. den Kontakt zu ihr abbreche.
Nach der Festnahme habe Olaf K. den Kontakt zu Gina H. abgebrochen.

Am Morgen des 09. Oktober haben Gina H. und Matthias R. erneut gestritten. Deshalb habe Olaf K. sich am Abend mit ihr darüber unterhalten. Er hatte jedoch den Eindruck, dass es Gina H. zu dieser Zeit gutging. Kurze Zeit später ließ sie sich jedoch von Chat GPT ein Testament verfassen.

Am 10. Oktober 2025 haben Gina H. und Olaf K. den Morgen gemeinsam bei ihren Pferden verbracht. Man traf sich gegen 7:30 Uhr und trennte sich zwischen 10:00 Uhr und 10:30 Uhr. Man habe sich verabschiedet und Gina habe zu ihm gesagt, dass sie noch einmal wegmüsse. Mehr habe sie zu ihren Vorhaben nicht erwähnt. Olaf K. sei zunächst einkaufen gewesen, dann zu Hause und schließlich beim Frisör. Erst am späten Abend habe er wieder mit Gina gesprochen und ihr einen Döner gebracht. Er habe zu dieser Zeit keinen außergewöhnlichen Eindruck von ihr gehabt, sie sei wie immer gewesen. Auffällig gewesen sei jedoch, dass sie an diesem Tag das Auto gereinigt habe, was sie sonst so gut wie nie getan habe. Auf Nachfrage des Richters Holger Schütt gibt Olaf K. an, dass Gina H. die Einzige war, die den orangefarbenen Ford Ranger gefahren sei. Er habe ihn nur einmal rangiert.

An den darauffolgenden Tagen habe Gina sich im Hinblick auf das Verschwinden des Jungen wenig mitfühlend gezeigt und auch nicht den Eindruck gemacht, sich an der Suche beteiligen zu wollen.

Am Abend des 13. Oktober habe er gegen 22:10 Uhr eine Nachricht von Gina H. erhalten. Sie habe ihn persönlich sehen wollen, um die Sache mit ihm zu besprechen. Am Telefon wollte sie nicht sagen, worum es gehe. Bei dem anschließenden Treffen, das ca. 15 Minuten später stattfand, habe sie ihm mitgeteilt, dass sie mit Christian D. an der „Schweinesuhle“ in Klein Upahl gewesen sei und dort etwas gefunden habe. Der Zeuge erinnert sich, dass Gina H. an diesem Abend eine schwarze Reithose und weiße Turnschuhe trug. Gina H. habe berichtet, sie sei eigentlich mit Christian D. unterwegs gewesen, um Tiere zu beobachten. Dieser habe sie dazu eingeladen, um sie auf andere Gedanken zu bringen. Bei der Entdeckung an der „Schweinesuhle“ habe sie jedoch nicht sicher sagen können, worum es sich dabei handele, es hätte eine „Gummipuppe“ sein können, aber „vielleicht Fabian“. Olaf K. habe sie daraufhin gefragt, warum sie nicht die Polizei gerufen haben, was sie damit begründete, dass Christian D. als Jäger in einem fremden Revier gewesen sei und sich damit strafbar machen würde. Sie wolle ihn nicht in Verlegenheit bringen und ihn raushalten. Dies habe Olaf K. für eine Ausrede gehalten und auch kundgetan, woraufhin Gina H. wütend wurde. Der Zeuge gibt an, dass Gina immer dann wütend wurde, wenn man sie beim Lügen ertappt hat.

Man sei dann schließlich gemeinsam noch einmal nach Klein Upahl gefahren. Gina H. habe darauf bestanden, dass man sein Auto benutze und nicht ihres. Gina H. habe dann ihr Handy ausgeschaltet. Die Angeklagte habe ihm den Weg gewiesen, da er selbst dort noch nie gewesen sei. Während der Fahrt habe sie immer wieder gefragt, was sie denn tun würden, wenn es sich wirklich um Fabian handele. In unmittelbarer Nähe des Tümpels habe man dann angehalten. Gina H. habe stark zu zittern begonnen und gesagt, dass sie Angst habe. Gemeinsam sei man zum Tümpel hinabgegangen, Gina H. habe sich bei ihm eingehakt. In der Nähe des Wassers habe er dann etwas liegen sehen. Er habe einen menschlichen Körper erkannt, der bereits angefressen gewesen sei. Sie habe sofort Fabian erkannt. „Das ist Fabian“, seien ihre Worte gewesen. Er habe Fabian jedoch nicht erkennen können. Die Angeklagte habe ihn dann aufgefordert, mit seiner Taschenlampe direkt in das Gesicht der Leiche zu leuchten, was er getan habe. Gina H. habe das Gebilde direkt als Brandleiche identifiziert, Olaf K. habe dies nicht erkennen können, da er noch nie eine Brandleiche gesehen habe. Gemeinsam seien sie dann nach knapp einer Minute zurück zum Auto. Man habe sich kurz darüber unterhalten, wie man jetzt weiter vorgehen würde. Gina H. wollte die Polizei rufen. Olaf K. habe gesagt, dass er nicht wisse, wie er erklären solle, dass sie mitten in der Nacht an einem solchen Ort seien. Man habe entschieden, nach Hause zu fahren. Er habe diese Nacht über alles nachdenken wollen. Er habe Gina H. jedoch nicht davon abgehalten, die Polizei zu rufen, sollte sie dies tun wollen.
Dem Zeugen wird nun ein Bild der Leiche gezeigt. Er gibt an, dass die Auffindesituation an diesem Abend eine andere war. Die Beine haben anders ausgesehen und der Leichnam sei in seinen Augen nicht so stark verbrannt gewesen. Im Dunkel der Nacht hätten ihn seine Augen jedoch auch trügen können.

Auch am darauffolgenden Morgen habe es ein Gespräch gegeben, bei dem Olaf K. geäußert habe, dass er mit der Sache nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Ihm seien bereits am Abend am Tümpel Ungereimtheiten aufgefallen, die ihn stutzig gemacht hätten. Vor allem die Tatsache, dass sie bereits zu vor mit Christian D. am Tatort war, habe er seltsam gefunden. Daraufhin sei Gina ungehalten geworden und habe ihm mitgeteilt, dass sie plane, mit ihrem Hund dort spazieren zu gehen, dann zu behaupten, er sei weggelaufen und habe dann die Leiche gefunden. Der Zeuge gibt an, erwidert zu haben, dass ihr das niemand glauben würde, sie es aber machen solle, wenn sie glaube, dass das der richtige Weg sei. Olaf K. habe sich jedoch nicht eingestehen wollen, dass Gina mit der Tat etwas zu tun haben könnte. Erst die Festnahme habe ihn schließlich umgestimmt.

Der Richter spricht nun auf eine Sprachnachricht vom 11. Oktober an, bei der Gina Olaf K. um ein Alibi für den Tattag bittet, welches er ihr auch bereitwillig geben wollte. Der Zeuge bestätigt, dass Gina dieses Thema immer wieder erwähnt hätte.

In einem Telefongespräch vom 18. Oktober 2025 zwischen Olaf K. und Gina H. berichtet die Angeklagte davon, dass die Polizei Matthias R. als möglichen Tatverdächtigen in Betracht zöge. Aber auch sie selbst sowie Christian D. und Olaf K. seien in den Fokus der Polizei gerückt. Gina H. bedeutet, dass dies aus „Langeweile“ seitens der Ermittler geschehen sei. Sie äußert vor allem Sorge bezüglich ihres Autos, gibt jedoch an, alles gewaschen zu haben und dass somit keine Spuren mehr gefunden werden könnten. Sie habe trotzdem Angst, dass man ihr etwas anhängen wolle. Olaf K. antwortet daraufhin, dass er sich diesbezüglich keine Sorgen mache. Gina H. erwidert, dass sie sich besonders wegen ihrer Schuhe sorge. Kurz darauf habe ihm Gina H. weiße Turnschuhe vorbeigebracht. Zwei Tage später habe sie ihm ein weiteres Paar Turnschuhe gebracht. Er habe ihr kurz darauf gesagt, dass sie ihre Schuhe wieder abholen solle. Gina H. habe diese Anweisung wenig erfreut aufgenommen. Der Richter präsentiert nun eine Reihe verschiedener Schuhe.
Im weiteren Verlauf des Telefongesprächs sprechen Gina H. und Olaf K. darüber, dass die Polizei mit der Auswertung von Wildkameras in der Nähe des Tatorts beschäftigt sei. Gina H. wirkt sichtlich nervös, dass man sie auf einer dieser Kameras sehen könnte. Sie bete, dass dies nicht der Fall sei. Sie sei am Tattag in der Nähe spazieren gewesen, versichert jedoch, nicht am Tümpel gewesen zu sein. Auf die Nachfrage des Zeugen, warum Gina H. dort gewesen sein, antwortet sie, dass sie einen Tierheilpraktiker habe sprechen wollen, der jedoch nicht anwesend gewesen sei. Olaf K. versichert Gina H. am Telefon, dass sie sich keine Sorgen machen brauche, wenn sie nichts damit zu tun habe.

Die nächste Aufzeichnung eines Telefonats zwischen dem Zeugen und der Angeklagten ist vom 21. Oktober 2025. Olaf K. steht kurz vor seiner dritten Befragung durch die Polizei. Gina sucht vor dem Termin das Gespräch mit ihm und bittet ihn inständig darum, das gemeinsam besprochene Alibi vom 10. Oktober an diesem Tag bei der Polizei zu untermauern. Es sei überaus wichtig, dass er bestätige, dass sie bis 11:00 Uhr zusammen gewesen seien und auch das ganze Wochenende danach habe man gemeinsam verbracht. Sie erlaubt ihm sogar zu behaupten, dass man miteinander geschlafen habe. Olaf K. antwortet zweideutig, er wolle nicht lügen, dann würde er sich schon Taten wünschen.

Auf Nachfrage des Richters gibt Olaf K. zu, dass er sich Hoffnungen auf eine tiefere Beziehung mit Gina gemacht habe. Während der Beziehung zu Matthias R. habe sie immer wieder gesagt, dass sie ihm treu sei. Nach der Trennung habe sie sich ihm weiterhin auf sexueller Ebene entzogen. Sie habe ihm zwar Nacktbilder geschickt und immer wieder angedeutet, dass man mal gemeinsam im Bett landen würde, passiert sei es jedoch nie. Inzwischen sei der Zeuge davon überzeugt, dass sie auf diese Weise mit seinen Hoffnungen gespielt habe, damit sie weiterhin einen willigen Unterstützer für die Pferde und ihre Finanzen hatte.

Am 22. Oktober habe der Zeuge festgestellt, dass aus seiner Garage ein Messer mit einer Klingenlänge von ca. 10-15 cm fehle. Es sei sonst immer in der Garage gewesen. Er habe regelmäßig mit diesem Messer gearbeitet. Die Garage sei jedoch nicht immer verschlossen gewesen. In einem Telefonat mit Gina berichtet er davon, dass das Messer verschwunden sei und er es verzweifelt suche. Die Angeklagte erwidert, dass sie nicht wisse, wie das Messer aussehe, sie sich nur daran erinnere, dass es in seiner Garage an der Wand hängen würde. Der Zeuge ist sehr besorgt darüber, dass das Messer gefunden und mit dem Mord an Fabian in Verbindung gebracht werden könnte. Er meldet das vermisste Messer noch am selben Tag der Polizei. Gemeinsam mit Gina H. habe er die Garage dann abgesucht. Das Messer sei nicht aufgetaucht. Wenig später findet er es bei erneuter Suche in einem Karton in der Garage. Er ist verwirrt, denn dort habe er es nie abgelegt, es steckte immer an derselben Stelle in der Wand.
Das Messer sei von der Polizei schließlich untersucht worden. DNA-Anhaftungen konnten nicht festgestellt werden. Es konnte nicht als Tatwaffe identifiziert allerdings auch nicht ausgeschlossen werden.

Kurz vor Ginas Festnahme im November gibt es ein weiteres Telefonat zwischen ihr und Olaf K. In diesem Gespräch gibt die Angeklagte an, dass sie Dorina L. für die mutmaßliche Täterin halte. Sie wolle dies mit ihrem Anwalt besprechen.

Auf Nachfrage gibt Olaf K. an, dass auch er sich mit Gina über finanzielle Dinge gestritten habe.

Die Nebenklage möchte wissen, wie Gina H.s Verhalten gegenüber ihren Pferden war. Olaf K. berichtet, dass er selbst Zeuge zweier Situationen wurde, bei denen die Angeklagte ihre Pferde blutig geschlagen habe, als diese nicht spurten. Als er sie darauf angesprochen habe, habe sie ihn gebeten, dass er sie in solchen Momenten unterbrechen und wieder in die Realität zurückholen solle. Als er dies jedoch bei der zweiten Situation versucht habe, habe sie sich nicht darauf eingelassen. Auf Nachfrage von Richter Schütt, ob der Zeuge ein solches Verhalten auch Menschen gegenüber beobachtet habe, antwortet der Zeuge, dass er so etwas nie mitbekommen habe. Sie habe Fabians Vater Matthias zwar immer mal wieder angeschrien, Handgreiflichkeiten, auch gegenüber Fabian, habe er nie erlebt. Als Matthias R. nach der Trennung von Gina wieder den Kontakt zu Fabian aufnahm, war Gina jedoch nicht begeistert. Die Eifersucht sei stark gewesen.

Die Verteidigung möchte von Olaf K. wissen, inwiefern er Kontakt zur Presse gehabt habe. Der Zeuge bestätigt, dass die Presse sowohl ihn als auch Gina H. verfolgt habe. Vor allem ein bestimmter Journalist sei ihnen sehr auf die Pelle gerückt. Erst am gestrigen Tag habe er das letzte Mal mit ihm gesprochen. Der Verteidiger lässt vermuten, dass eine eventuelle Beeinflussung des Zeugen seitens der Medien stattgefunden haben könnte, geht jedoch nicht weiter darauf ein.
Der Verteidiger spricht den Zeugen nun auf seine Aussage bei der Polizei an, bei der er damals noch angegeben habe, dass er Gina sehr wohl für die Täterin halte, jedoch davon ausgehe, dass sie einen Komplizen gehabt habe. Olaf K. gibt an, seine Meinung nun geändert zu haben und dass er glaube, dass Gina allein gehandelt habe. Er ist sich sicher, dass, wenn Gina Fabian am 10. Oktober abgeholt hätte, er glücklich über den Besuch gewesen wäre und auch freiwillig mit ihr mitgegangen wäre. Bis damals sei er davon ausgegangen, dass die Leiche an den Tümpel gezerrt wurde, was er Gina allein nicht zugetraut habe.
Der Verteidiger zweifelt nun die Erinnerungsfähigkeiten des Zeugen an, da im Rahmen des polizeilichen Protokolls erwähnt worden sei, dass es Olaf K. immer mal wieder schwergefallen sei, sich zu erinnern. Der Zeuge verneint dies.

Der Zeuge wird entlassen.

Fabian: Prozesstag 11

Prozesstag 11 – 12.06.2026

 

Christian D. – Bekannter von Gina H.

Jäger Christian D. ist seit zehn Jahren mit Gina H. bekannt. Der engere Kontakt entstand, weil er aus Versehen ein Emoji auf Facebook an die Angeklagte schickte. Es habe sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden entwickelt, die sie jedoch geheim hielten, um das Gerede im Dorf zu vermeiden. Der engere Kontakt der beiden begann am 19. Oktober 2026. Bis zum 09. Oktober tauschten sie 1431 Nachrichten aus. Eine sexuelle Beziehung habe es zwischen den beiden nicht gegeben. Er habe lediglich ein offenes Ohr für Gina H. gehabt. Sie habe ihm regelmäßig ihre Sorgen berichtet, u.a. habe sie ihm erzählt, dass sie von Matthias R. schwanger gewesen sei, das Kind jedoch verloren habe, nachdem er gewalttätig ihr gegenüber geworden sei.
Gemeinsame Treffen mit Gina H. verheimlicht Christian D. sogar vor seiner Ehefrau, auch diesen Umstand schiebt er darauf, Gerede vermeiden zu wollen. Bei diesen persönlichen Treffen habe ihm die Angeklagte sehr private Dinge erzählt. Sie sei dreimal vergewaltigt worden und leide unter einer Borderline-Störung. Alle gemeinsamen Treffen fanden ausschließlich nach der Trennung von Matthias R. statt, daher sei es auch um die Trennung gegangen. Gina H. habe gesagt, dass Fabian versucht habe, die Beziehung zwischen den beiden zu zerstören. Dies habe sich dadurch gezeigt, dass Fabian Dinge, die Gina zu ihm gesagt habe, verdreht habe. Christian D. habe jedoch nicht den Eindruck gehabt, dass die Angeklagte sauer darüber gewesen sei, dass Matthias R. nach der Trennung wieder Kontakt zu seinem Sohn habe. Die beiden haben nach der Trennung jedoch auch weiterhin gestritten, aber auch Sex gehabt.
Am 09. Oktober fand eines dieser persönlichen Treffen an einem See statt. Gina H. habe nach einem Streit mit Matthias R. Gesprächsbedarf gehabt. Gina H. habe erwähnt, dass es an der Zeit wäre, eine Entscheidung zu treffen, wie es weitergehe. Von Fabian habe sie allerdings nicht gesprochen. Noch am selben Tag habe er eine Nachricht von Gina H. erhalten, in der sie ihm gestanden habe, ihr Pferd „verdroschen“ zu haben. Dies sei das erste und einzige Mal gewesen, dass er davon in Kenntnis kam, dass Gina gegenüber ihren Tieren Gewalt einsetzte.
Am 10. Oktober habe er um 12:50 Uhr einen Anruf von Gina H. mit der Bitte um ein Treffen erhalten. Da sie sehr traurig wirkte, habe er sich mit ihr an einem See getroffen. Die Angeklagte berichtete von einem erneuten Streit mit Matthias R., mit dem sie kurz zuvor telefoniert habe. Das Gespräch zwischen Christian und Gina habe ca. 40 Minuten gedauert, danach habe man sich verabschiedet. Gina H. trug zu dem Treffen eine dunkle Jacke und eine dunkle Reiterhose, an die Schuhe könne er sich nicht mehr erinnern. Die Angeklagte habe einen geknickten wie nervösen Eindruck gemacht.
Am Abend habe die Angeklagte ihm von Fabians Verschwinden berichte. Sie habe ganz normal und unbesorgt gewirkt. Es habe sie eher gestört, dass Matthias R. nicht auf ihre Hilfsangebote eingegangen sei, sondern dass er damit beschäftigt gewesen sei, Fabian zu suchen. Man habe fast eine Stunde telefoniert. Gina H. habe berichtet, dass Matthias R. betrunken auf die Suche nach seinem Sohn gegangen sei.

Am 11. Oktober schickt Gina H. eine Sprachnachricht, in der sie unter anderem nach einem Alibi fragt. Der Zeuge habe dies jedoch zunächst nicht hinterfragt. An diesem Abend googelt Christian D., laut eigener Aussage im Auftrag von Gina H., nach „Warum gibt es Leichenstarre“. Die Angeklagte habe gesagt, dass es sich bei ihrem Interesse zu dem Thema um Reitunfälle handele. Zudem fragte sie ihn, ob Wildschweine Menschen fressen. Der Zeuge antwortet ihr darauf, dass er fest davon ausgehe, da es sich um Aasfresser handele.

Am 13. Oktober erhält Christian D. eine Sprachnachricht von Gina, in der sie zum ersten Mal die gemeinsame Suche nach Fabian im Raum Klein Upahl vorschlägt. Christian D. zeigt sich in der Sprachnachricht von Ginas Idee angetan und möchte sie unterstützen. Er gibt jedoch an, nicht davon ausgegangen zu sein, dass man dort etwas finde. Er selbst habe den Ort für „absurd“ gehalten und wollte nur höflich sein. Man habe sich abermals am See verabredet. Dort habe sie erwähnt, dass sie im Winter in der Nähe von Klein Upahl mit Fabian Schlitten gefahren seien. An diesem Ort wolle sie am Abend mit ihm gemeinsam auf die Suche gehen. Der Zeuge habe dies nicht hinterfragt, auch wenn Gina H. zuvor nicht wirklich erwähnt habe, sich an der Suche beteiligen zu wollen. Er selbst kenne den Ort rund um Klein Upahl nicht. Der Richter findet es ungewöhnlich, dass Christian D. nicht stutzig geworden sei aufgrund dieser ungewöhnlichen Idee seitens Gina H. und vermutet, dass Christians Motivation sexuell gegenüber der Angeklagten gewesen sei, was der Zeuge verneint.
Um 21:30 Uhr habe er Gina H. abgeholt. Eine Lampe habe man nicht mitgenommen, da man zur Suche eine Wärmebildkamera habe verwenden wollen. Von einem Hochsitz aus habe man mithilfe der Wärmebildkamera jedoch nur Tiere sehen können. Am Tümpel selbst habe die Kamera die dichten Büsche nicht durchdringen können. Gina bat daraufhin darum, noch einmal näher zum Tümpel zu gehen. Damals habe er dies nicht hinterfragt, rückblickend vermute er jedoch, dass Gina H. genau gewusst habe, wo sie hinwollte. Trotz des Regens habe Gina näher zum Wasser gehen wollen, er selbst sei am Rande der Böschung stehengeblieben. Plötzlich habe die Angeklagte laut gerufen. Der Zeuge sei sich nicht mehr sicher, ob sie „Da ist was!“, oder „Da ist er!“, gerufen habe.
Er sei zu ihr gegangen und habe das Gebilde am Boden für ein Rohr gehalten. Als er es berührte, konnte er jedoch nicht erkennen, um was es sich handelte. Gina H. habe sich entsetzt gezeigt, der Zeuge selbst habe das Bedürfnis gehabt, sofort zu verschwinden. Er habe sich dazu entschieden, die Polizei nicht zu rufen, weil er nichts damit zu tun haben wollte. Obwohl Gina H. im Auto darüber gesprochen habe, die Polizei zu informieren, habe Christian D. abgelehnt, den restlichen Weg habe man geschwiegen. Er habe Gina dann bei Olaf K. abgesetzt. Man habe sich eilig verabschiedet. Die restliche Nacht habe er schockiert auf einem Hochsitz verbracht. Am Morgen des Folgetages habe er aus den Nachrichten erfahren, dass Fabians Leiche gefunden worden sei. Kurz darauf habe Gina ihn angerufen und gebeten, ihren Sohn aus der Schule abzuholen, da sie mit der Polizei zugange sei.
Noch am selben Tag habe der Zeuge den Kontakt zu Gina H. abgebrochen. Er habe ein schlechtes Gefühl gehabt, wollte seine Familie schützen und habe sich ausgenutzt gefühlt.
Nun wird die Kommunikation zwischen Christian D. und Gina H. beleuchtet. Das Gericht spricht auf die finanzielle Situation der Angeklagten an und fragt, ob Christian D. wisse, wie die hohen Rechnungen bezahlt wurden. Er gibt an, zu glauben, dass Matthias R. für das Geldverdienen verantwortlich war.

Der Zeuge möchte anhand der Tatortbilder keine genaueren Ortsangaben zur Suche am 13. Oktober machen, da er den Anblick nicht erträgt. Der Richter willigt ein. Er möchte jedoch noch einmal auf die Beziehung zwischen dem Zeugen und der Angeklagten eingehen. Holger Schütt kann sich nicht vorstellen, dass es hier nur um reine Freundschaft ging. Christian D. lehnt eine sexuelle Beziehung vehement ab. Auch als der Richter anzügliche Nachrichten vorspielen lässt, bleibt der Zeuge bei seiner Aussage. Es wären nur schriftliche Nachrichten gewesen, Taten seien nicht gefolgt.

Einer der Verteidiger wirft nun ein, dass er wisse, dass in Christian D.s Auto ein Rucksack mit einer Lampe sei, der auch am 13. Oktober im Auto lag. Er hakt nach, ob nicht doch eine Lampe im Spiel gewesen sei, was der Zeuge verneint. Der Verteidiger fragt nach, warum der Zeuge bei der Polizei damals angegeben habe, die Leiche nicht angefasst zu haben, es nun aber doch zugebe. Zudem habe man ihm eine Google-Suche nachweisen können, ob man Fingerabdrücke auf Brandleichen nachweisen könnte. Christian D. gibt die Google-Suche mit dem Hintergrund zu, Angst gehabt zu haben, dass man ihm etwas anhängen könnte. Der Verteidiger möchte wissen, ob Gina beim Treffen am See am 10. Oktober z.B. nach Rauch gerochen habe. Christian D. ist sich diesbezüglich nicht sicher, er glaube aber nicht, dass er etwas gerochen habe. Der Verteidiger weist ihn darauf hin, dass er bei der Polizei ausgesagt habe, nichts gerochen zu haben. Die Verteidigung geht noch einmal auf den Leichenfund ein. Auch hier habe Christian D. bei der Polizei ausgesagt, dass er etwas Menschliches erkannt haben wollte, während seiner Aussage zuvor sprach er jedoch von Rohren. Die Verteidigung beginnt, sein Erinnerungsvermögen anzuzweifeln. Es gibt eine weitere Unstimmigkeit zwischen der polizeilichen Aussage und der Aussage vor Gericht. So habe Christian D. bei der Polizei erwähnt, dass Gina H. auf dem Heimweg mit Olaf telefoniert habe, im Gerichtssaal habe er jedoch gesagt, dass man auf dem Heimweg geschwiegen habe. Der Zeuge gibt an, sich nicht mehr erinnern zu können.

Der Zeuge wird entlassen.

Fabian: Prozesstag 10

Prozesstag 10 – 09.06.2026

 

Zeuge 1 – Bekannter von Gina H.

Der Zeuge ist mit der Angeklagten auf dieselbe Schule gegangen, er war jedoch eine Klasse über ihr. Nach einer jahrelangen Kontaktpause habe man sich vor einigen Jahren auf Social Media wiedergetroffen und sei seitdem wieder regelmäßiger im Kontakt. Für das Gericht ist dieser Zeuge interessant, da er mit Gina H. auch Sprachnachrichten ausgetauscht hat, unter anderem am 11. Oktober 2025. Die Angeklagte berichtete dem Zeuge auf Nachfrage, was los sei, dass Fabian verschwunden sei. Seine Antwort darauf lautete, dass sie dies den Eltern des Jungen überlassen solle, da er ihr schon „Ärger“ eingebracht habe. Der Zeuge berichtet, dass Gina H. ihm immer wieder erzählt habe, dass es aufgrund von Fabian zu Streit mit Matthias R. kam, sie sei jedoch nie ins Detail gegangen.
In einer weiteren Sprachnachricht an den Zeugen sagt die Angeklagte, dass Fabians Mutter in den Fokus der Polizei geraten würde, da sie ihn nachts allein gelassen habe und betrunken nach Hause gekommen wäre. Der Zeuge erinnere sich zwar an diese Sprachnachricht, aber nicht daran, ob Gina H. eifersüchtig auf Dorina L. gewesen sei.

In weiteren Sprachnachrichten von Gina an den Zeugen ist zu hören, dass diese sagt, dass die Spur, die die Suchhunde damals von Fabian aufgenommen haben, nicht möglich gewesen sein könne, da Fabian nie mit dem Bus gefahren sei und sich auch nie in irgendeinem Wald aufgehalten habe. Als Gina nur einen Tag später Fabians Leiche in der Nähe eines Waldes fand, sei der Zeuge misstrauisch geworden.

In weiteren Sprachnachrichten diskutieren die beiden über den Fall. Sie sprechen darüber, dass Suchhunde in der Nähe eines Sees angeschlagen hätten. Der Zeuge fragt sie, wie Fabian dort hineingekommen sein könne. Gina H. antworte, dass man das nie herausfinden würde, da Wasserleichen ebenso keine DNA-Spuren aufweisen wie Brandleichen. Die plötzliche Erwähnung von Brandleichen seitens der Angeklagten wird als besonders auffällig gewertet, da dies bis dahin nicht zur Sprache kam.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Polizist

Der Beamte war für die Auswertung der Handydaten von Gina H.s Samsung S25 zuständig. Zwischen dem 09. und dem 14. Oktober konnten insgesamt 33.000 Datensätze erfasst werden, darunter 1100 Sprachnachrichten, 207 Telefongespräche, 3151 Chatnachrichten und 86 E-Mails. Vor allem die Konversationen zwischen der Angeklagten und Fabians Vater seien von Interesse gewesen. Hier zeige sich vor allem der eifersüchtige und kontrollierende Charakter der Angeklagten. Immer wieder drehten sich die Streitigkeiten zwischen den beiden um finanzielle Angelegenheiten, den weiterhin bestehenden Kontakt zu Fabians Mutter Dorina, Eifersucht gegenüber weiteren Frauen und andere Sozialkontakte von Matthias R.
Die Tatsache, dass Matthias R. den Kontakt zu Dorina L. aufrechterhielt, war für Gina H. völlig unverständlich. Auch dass die beiden sich nur aufgrund von Fabian unterhielten, war für sie nicht nachvollziehbar. Auch das Verhalten von Matthias R. gegenüber Gina H. ist überaus ambivalent. Er droht sowohl mit der Trennung, macht ihr jedoch auch zweimal einen Heiratsantrag.
In der Nacht vom 08. auf dem 09. Oktober kam es zu einem großen Streit zwischen den beiden, bei dem Gina H. Matthias R. aus ihrer Wohnung warf. Besonders eine Nachricht vom darauffolgenden Tag erachtet der Beamte als interessant. Hier sagte Gina H. gegenüber einem Bekannten, dass sie wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen habe. Am Abend schickt sie Matthias R. eine von ChatGPT verfasste Nachricht, die Matthias R. mit der Aussage beantwortet, dass er nicht wieder alles für die Beziehung aufgeben werde. Danach blockiert Gina H. die Nummer.

Am 10. Oktober nahm Gina H. ein Foto mit ihrem Handy auf. Es entstand laut Meta-Daten 120 m von Fabians Wohnhaus entfernt um 10:43 Uhr. Fabian nutzt sein Handy zum letzten Mal um 10:51 Uhr bei sich zu Hause.
Um 11:11 Uhr verwendet Gina H. ihr Handy wieder und schickt einem Bekannten per WhatsApp ein Foto von einem Waldweg. Um 11:22 Uhr schaltet sie ihr Handy aus. Dies sei das einzige Mal, das Gina H. das Handy seit dem Kauf des Geräts abgeschaltet habe.
Um 12:42 Uhr schaltet die Angeklagte das Handy wieder ein, um zu telefonieren. In einer Sprachnachricht, die sie nach dem Telefonat versendet, empfindet der Beamte Gina H. als „gestresst“.
Um 16:11 Uhr tätigt die Angeklagte eine Onlinesuche mit dem Schlagwort „Polizei“. Hier wusste sie noch nicht, dass Fabian als vermisst galt. Kurze Zeit später schickt sie einem Bekannten anzügliche Sprachnachrichten, während sie zeitgleich mit Matthias R. schreibt, jedoch mit negativer Stimmung. Am Abend beginnt sie, Matthias R. intensiv nach seiner Stimmung zu befragen. Auch dies hat sie zuvor noch nie getan. Erst nach 20:00 Uhr erhält sie von ihm die Information, dass Fabian vermisst wird. Sie gibt in den weiteren Gesprächen an, für Matthias R. da sein zu und bei der Suche nach Fabian helfen zu wollen. Dieses Angebot setzt sie jedoch nicht in die Realität um. Der Fokus liegt darauf, Nähe zu Matthias R. herzustellen. Auffällig sei ebenfalls, dass Matthias R. ihr berichtete, dass Fabian an diesem Tag krank zu Hause gewesen sei, jedoch keinen Grund dafür anmerkte. Kurze Zeit später berichtet Gina H. einem Bekannten, dass Fabian an diesem Tag wegen Bauchschmerzen nicht in der Schule war. Dies wurde jedoch seitens Matthias R. nie erwähnt.
Am 11. Oktober 2025 sucht Gina H. auf Google nach „Fressen Wildschweine Menschen“ und „Fressen Wildschweine tote Menschen“. Der Beamte gibt an, dass die Suche von Gina H. getätigt worden sein muss, eine Schadsoftware, die eine Fremdsteuerung ihres Handys ermöglicht, sei ausgeschlossen worden. Kurze Zeit später erhält sie die Information von Matthias R., dass die Polizei bald bei ihr eintreffen wird. Nach dieser Information beginnt Gina H. zahlreiche Telefonate zu führen. Der Beamte gibt an, dass dies für Gina H. ungewöhnlich sei. Wie zuvor bereits in den dargelegten Zahlen zu erkennen ist, bevorzugte Gina H. Sprach- und Textnachrichten. Gleich viermal versuchte sie, Matthias R. telefonisch zu erreichen.

Am 13. Oktober schlägt Gina H. einem Bekannten in einer Sprachnachricht vor, gemeinsam in der Nacht nach Fabian zu suchen. Als Ort schlägt sie den Bereich in Klein Upahl vor, in dem Fabians Leiche tatsächlich gefunden wird. Dieser Ort sei nur eine spontane Idee von ihr, die Polizei wolle sie nicht informieren. Der Zeuge hält es für auffällig, dass Gina H. ausgerechnet nachts suchen wollte.
Am selben Abend fährt sie mit ihrem Bekannten an den von ihr vorgeschlagenen Ort und schaltet von 22:48 Uhr bis 23:09 Uhr ihr Handy aus.
Spätere Ermittlungen bestätigten, dass Gina H. und ihr Bekannter Christian die Leiche entdeckten, die Polizei jedoch nicht informierten.
Gina gibt in späteren Sprachnachrichten an, dass sie bereut, Fabian gefunden zu haben, weil sie dadurch in den Fokus geraten sei. Für den Beamten ist besonders auffällig, dass sie es nach der Tat vermeidet, Fabians Namen auszusprechen.

In einer weiteren Nachricht fragt Matthias R., ob die Angeklagte etwas mit Fabians Tod zu tun habe, was sie mit „Spinnst du? Nein!“, beantwortete.

Nun werden ältere Nachrichten zwischen den beiden gehört und analysiert. Es dreht sich seit Beginn des Jahres 2024 um finanzielle Probleme und auch nach der Trennung macht Gina H. Matthias R. Vorwürfe, dass weiterhin Kontakt zu Dorina L. besteht. Sie wirft ihm vor, nicht der Mittelpunkt seines Lebens zu sein, was sie jedoch sein möchte.

Der Beamte merkt an, dass Gina H. sehr häufig ChatGPT zu ihrer Unterstützung und auch als Gesprächspartner in therapeutischen Angelegenheiten nutze.

Der Zeuge wird entlassen.

Fabian: Prozesstag 9

Prozesstag 9 – 04.06.2026

 

Zeuge 1 – Gerichtsmediziner Dr. Johannes Manhardt

Am 14. Oktober 2025 erreichte Dr. Manhart den Leichenfundort am frühen Nachmittag, um mit der ersten Leichenschau zu beginnen. Er erkannte dort bereits mindestens zwei Brustverletzungen.

Die eigentliche Obduktion fand am 15. Oktober statt und dauerte ca. 4 Stunden. Fabians Identität habe man durch einen DNA-Test bestätigt.

Insgesamt seien sechs Stichverletzungen am Oberkörper festgestellt wurden. Alle einheitlich ausgerichtet und alle scheinbar von vorn kommend. Alles deute darauf hin, dass Fabian auf dem Rücken lag und die Waffe von oben nach unten geführt wurde. Er hält es jedoch auch für denkbar, dass der Täter direkt hinter Fabian stand und die Waffe dann von vorn führte. Die Stiche wurden allesamt kraftvoll geführt, was die Intensität der Wunden beweist. Dies lasse jedoch keinerlei Rückschlüsse auf das Geschlecht des Täters zu oder darauf, ob es sich um einen Links- oder Rechtshänder handle. Die Reihenfolge der Stichverletzungen sei nicht nachweisbar. Die Todesursache legt Dr. Manhardt auf Verbluten infolge der Stichverletzungen fest. Fabians Hände und Arme wiesen keine Abwehrverletzungen auf, was jedoch auch damit zusammenhängen könnte, dass diese sehr stark verbrannt waren. Zudem konnten weder Betäubungsmittel noch Rückstände von Medikamenten im Rahmen des toxikologischen Befundes nachgewiesen werden.

Da in Fabians Atemwegen keine Rußablagerung festzustellen waren, ist davon auszugehen, dass der Junge bereits tot war, als das Feuer gelegt wurde. Der Gerichtsmediziner hat festgestellt, dass Fabians Leiche nach dem Brand mindestens zwei Tage Liegezeit aufweist. Wie groß der Zeitraum zwischen dem Eintreten des Todes und dem Brand ist, sei nicht festzustellen. Fabian sei demnach vor oder am 12. Oktober gestorben. Weitere Spuren von Gewalt konnten nicht festgestellt werden.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Holger Liedtke: Brandursachenermittler

Der Experte war ebenfalls am 14. Oktober 2025 vor Ort und konnte dort keine Spuren von Brandermittler feststellen. Brandbeschleuniger, Feuerzeug oder Streichhölzer konnten nicht am Tatort sichergestellt werden. Die fehlenden Spuren eines Brandbeschleunigers deuten jedoch nicht darauf hin, dass keiner verwendet wurde, sondern könnte durch die Witterungsbedingungen erklärt werden, da Brandbeschleuniger verdunstet, zudem hat es geregnet. Es sei also nicht ungewöhnlich, dass keine Rückstände mehr nachweisbar seien. Ungefähr ein halber Liter Brandbeschleuniger sei völlig ausreichend, um Fabians Kleidung ausreichend zu durchtränken, um den Körper in Brand zu setzen.
Anhand des Fotos einer Zeugin, dass das Feuer am Tümpel zeigt, schätzt der Experte, dass das Feuer bereits 60 bis 90 Minuten brannte. Der Experte bestätigt, dass das Feuer sowie der Rauch auch aus weiter Ferne noch sichtbar gewesen sein können. Etwa eine Stunde später war die Zeugin noch einmal vor Ort, zu dieser Zeit war von dem Feuer nichts mehr zu sehen.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Chat- und Sprachnachrichten

In einer Sprachnachricht aus dem Januar des Jahres 2024 geht es um die Beerdigung von Matthias R.s Vater. Gina H. echauffiert sich darüber, dass die Trauerfeier auf einem Schiff stattfände. Da bei der Beerdigung auch Dorina L. anwesend sein soll, reagiert Gina H. eifersüchtig.
Weitere Sprachnachrichten zeugen abermals von Eifersucht, Vorwürfen und dem Streit um Geld.

In Sprachnachrichten und Telefonaten zwischen Gina H. und Olaf K. aus der Zeit nach dem Mord gibt die Angeklagte an, aufgrund von Olaf K.s Verhalten in den Fokus der Polizei gerückt zu sein. Nun wolle die Polizei ihr etwas anhängen. Zudem dauern ihr die Untersuchungen der Polizei zu lange, sie benötige ihr Auto. Des Weiteren spricht sie darüber, dass sie vor allem auf TikTok in die Mangel genommen werde und darüber, dass sie Angst habe, dass die Polizei Spuren von Fabian in ihrem Auto finden könne. Vor allem sei sie besorgt, dass die Spurensicherung eine Flasche Grillanzünder in ihrem Auto finden könnte, die sie dort vergessen zu haben glaubt. Sie sei sich jedoch keiner Schuld bewusst.

 

Fotos

In Gina H.s Schuppen wurde eine bereits angebrochene Flasche Brandbeschleuniger sichergestellt, in der die vom Brandursachenexperten angeführte Menge fehlte. Gina H. ist jedoch bekannt, häufiger Feuer auf ihrem Hof gemacht zu haben.

 

Zeuge 3 – Dr. Ziegert-Kühn: Sachverständiger für Bodenproben

Dr. Ziegert-Kühn untersuchte im Zuge der Ermittlungen 28 Proben aus dem Bereich des Leichenfundorts, dazu gehörten Boden- und Wasserproben sowie Kleidungsstücke. Als problematisch habe sich dabei erwiesen, dass die Leiche erst Tage nach dem Brand gefunden wurde und der Witterung ausgesetzt war. Der bei Gina H. gefundene Grillanzünder rücke jedoch in den Rahmen des Wahrscheinlichen, beim Legen des Brandes verwendet worden zu sein. Es konnten jedoch keine Rückstände auf ihrer Kleidung nachgewiesen werden. Auch hier gilt, dass der Brandbeschleuniger bereits verdunstet gewesen sein könnte.

Der Zeuge wird entlassen.

 

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock; RTL – Carsten Kulawik)

Fabian: Prozesstag 8

Prozesstag 8 – 02.06.2026

 

Vorbemerkungen

Gina H.s Verteidigung eröffnet damit, dass noch einmal betont werden soll, dass die Blut- und Faserspurenanalyse aus dem Ford Ranger nicht eindeutig feststellen konnte, wann diese von Fabian dort hinterlassen wurden. Auf der Kleidung, die die Angeklagte am Tattag getragen haben soll, konnten keine Blutspuren des Kindes gefunden werden, auch Rückstände von Brandbeschleuniger wurden nicht festgestellt. Zudem merkt die Verteidigung an, dass vielen Menschen gar nicht bewusst sei, dass ein Fahrzeug derart minutiös Bewegungsdaten aufzeichnet. Er bezweifle, dass seine Mandantin dieses Wissen gehabt habe, geschweige dann dazu in der Lage gewesen sei, die Daten in ihrem Navigationssystem zu löschen.

 

Zeuge 1 – Polizist Martin Q.

Der Beamte war bereits zuvor mit der Suche nach Fabian betraut gewesen und traf am 14. Oktober 2026 kurz nach 10:30 Uhr am Fundort der Leiche ein. Dort warteten bereits Gina H. und ihre Freundin Heike M. mit ihren beiden Hunden. Gina H. habe ihm die Richtung gewiesen, in der die Leiche zu finden sei. Zudem habe die Angeklagte gleich angemerkt, dass ihre Spuren am Ort zu finden seien, da sie mit den Hunden den toten Körper gefunden habe. Er empfand die Stimmung der beiden Frauen vor Ort als aufgeregt. Sie teilten ihm mit, dass sie beim Spaziergang mit den Hunden die Leiche entdeckt haben. Ein Notfallseelsorger habe schließlich die Betreuung der Frauen übernommen.
Als er sich selbst dem Leichnam näherte, schloss er aufgrund von Haaren, Gesicht und Körperbau auf Fabians Identität, zu erkennen war er jedoch nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt war der Tümpel noch nicht in den Umkreis der Suche mit einbezogen worden. Martin Q. berichtet, dass man jedoch bereits geplant hatte, die Suche auszuweiten, was dann vermutlich auch den Tümpel mit einbezogen hätte.
Auf Nachfrage beschreibt Martin Q. die Bodenverhältnisse am Tatort, die er im Hinblick auf den zuvor anhaltenden Regen anders vorzufinden erwartet hätte. Der Fundort sei dann zügig abgesperrt worden.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Polizist Christian H.

Der Beamte war für das Fotografieren und Dokumentieren von Spuren am Tatort zuständig. Aufgrund der Witterungsverhältnisse habe man ein Pavillon über dem Leichnam aufgebaut, sodass er am Nachmittag mit seiner Arbeit beginnen konnte. Insgesamt sind 157 Fotos entstanden, die sowohl Fabias Leiche als auch die nähere Umgebung zeigen. Die auf den Fotos zu erkennenden Schuhabdrücke können von Christian H. teilweise zugordnet werden. Er gibt an, dass direkt um die Leiche drumherum keine Pfotenabdrücke der Hunde festgestellt werden konnten. Auch Kampf- oder Schleifspuren habe es keine gegeben.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 3 – Sachverständiger für 3D-Rekonstruktion des Tatorts

Mithilfe eines 3D-Scanners habe er den Tatort abgetastet. Zusätzlich wurden am 15. Oktober Drohnenbilder angefertigt. Aufgrund des Regens konnte die Drohne am Vortag nicht zum Einsatz kommen. Das Gericht versucht anhand des auf diese Weise erstellten Tatortscans herauszufinden, von welchen Stellen aus der Leichnam von außen hätte sichtbar gewesen sein können. Fabians Körper lag hinter einem 90 cm hohen Busch. Diese Messungen sind im Hinblick auf Zeugenaussagen wichtig.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 4 – Hans-Joachim L.: Experte für Schuhabdrücke

Insgesamt konnten mehrere verschiedene Schuhabdrücke gesichert werden. Darunter konnte er auch Schuhe der Marke „Pammys“ ermitteln. Mehrere Schuhe dieser Marke konnten bei Gina H. sichergestellt werden, es war dem Experten jedoch nicht möglich, diese zweifelsfrei als Spurenverursacher zu identifizieren. Auch Spuren, die den Schuhen von Fabian ähneln, konnten am Fundort der Leiche sichergestellt werden, aber auch sie konnten aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Die Abdrücke eines paar Gummistiefels wurden zwar im Bereich des angrenzenden Feldes jedoch nicht am Tümpel selbst sichergestellt.

Der Zeuge wird entlassen.

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock; RTL – Carsten Kulawik)

Fabian: Prozesstag 21

Prozesstag 21 – 07. August 2026

Vorbemerkungen

Verteidiger Thomas Löcker gibt zu Protokoll, dass er von Matthias R. darauf hingewiesen wurde, dass Sprachnachrichten von Gina H. an Olaf K. im Internet verbreitet wurden. Hierbei könnte es sich um eine Straftat handeln, die verfolgt werden müsse. Der Richter zieht in Erwägung, alle elektronischen Geräte in Zukunft von der Verhandlung auszuschließen, um Mitschnitte zu vermeiden.
Verteidiger Andreas Ohm gibt zu bedenken, dass er eine Beweiserhebung für sinnvoll erachte, die abschließend klärt, wie lange das Treffen zwischen Christian D. und Gina H. am Bolzsee am Tag des 10. Oktober gedauert habe. Das Foto vom Brand am Tümpel bei Klein Upahl sei um 14.59 Uhr aufgenommen worden. Laut Brandsachverständigen sei zu diesem Zeitpunkt eine Branddauer von 60-90 Minuten anzunehmen gewesen. Das bedeute, dass der Täter die Leiche zwischen 13:30 Uhr und 14:00 Uhr angezündet habe müsse. Christian D. machte zwei verschiedene Zeitangaben bei der Polizei zur Dauer des Treffens mit Gina H. am Bolzsee. Einmal sprach er von 13:30 Uhr. Einmal sprach er von 14:30 Uhr. Es müsse also abschließend geklärt werden, wie lange das Treffen gedauert habe. Sollte es bis 14:30 Uhr gedauert haben, sei Gina H. als Verursacherin des Brandes auszuschließen. Daher fordert Andreas Ohm die Auswertung der Bewegungsdaten des Fahrzeugs von Jäger Christian D.
Andreas Ohm stellt noch einen weiteren Antrag, bei dem mithilfe eines Autokennzeichens der Halter eines ebenfalls orangefarbenen Ford Rangers ermittelt werden soll. Zudem sollen auch hier die Bewegungsdaten des Fahrzeugs ausgewertet werden. Da die Zeugen immer nur die auffällige Farbe des Autos benennen konnten, dass sie im Umkreis gesehen haben, jedoch niemand sich das Kennzeichen gemerkt habe, sei es von äußerster Wichtigkeit zu überprüfen, ob es nicht dieser Ford Ranger gewesen sein könnte, der von den Zeugen erkannt wurde.
Andreas Ohm möchte außerdem Gina H.s Psychologin aus der JVA, die sie seit November 2025 begleitet, vor Gericht als Zeugin gehört wird.

Zeugin 1 – Sozialpädagogin

Die 42-jährige Frau arbeitete mit Gina H. zusammen, als diese bezüglich der Erziehung ihres Sohnes um Unterstützung bat. Ginas Sohn sei nur noch schwer zu bändigen gewesen, habe nicht mehr hören wollen und sei handgreiflich geworden. Die Betreuung begann am 22. September 2025. Hier war der Trennungsschmerz von Matthias R. noch sehr frisch und Gina H. klagte über die Überforderung mit ihrem Sohn, der seinen Zorn vor allem gegen sie richtete.
Die Sozialarbeiterin gibt an, dass sie in der direkten Zusammenarbeit zwischen Gina H. und ihrem Sohn J. keine Auffälligkeiten bemerkte. Das Verhältnis sei gut gewesen. Der Richter merkt an, ob es möglich gewesen sein könnte, dass das Einschalten der Familienhilfe diverse andere Vorteile mit sich brächte wie z.B. einen Vollzeit-Hortplatz. Die Zeugin bestätigt, dass dies ein Bonus sei.
Am 04. November lag dem Jugendamt eine Anzeige wegen möglicher Kindswohlgefährdung vor, deshalb wurde Gina H. zu einem Termin gerufen worden. Diesen nahm sie jedoch erst am 05. November wahr, da sie es nicht einsehen würde, zu springen, wenn das Jugendamt nach ihr riefe. Die Anzeige beinhaltete Ginas suizidales Verhalten. In diesem Fall wäre sie nicht mehr in der Lage, sich um ihren Sohn zu kümmern, sodass das Jugendamt ihn hätte in Obhut nehmen müssen. In diesem Gespräch zeigte sich Gina als sehr unkooperativ. Als sie ihren Psychotherapeuten um ein Attest bat, in dem er ihr bescheinigte, dass sie nicht suizidal sei, lehnte dieser ab, da er Gina als seine Patientin für eine derartige Einschätzung zu lange nicht mehr persönlich gesehen habe.
Am 06. November habe die Zeugin Ginas Sohn abgeholt, sodass ihm die Hausdurchsuchung erspart bleibe. Sie war gemeinsam mit ihm im Tierpark, den Ausflug habe er sehr genossen. Als Gina am selben Abend festgenommen wurde, kam J. in die Obhut des Jugendamtes. Die Zeugin habe seit der Festnahme der Angeklagte noch zweimal Kontakt mit J. gehabt, diesem gehe es gut, er habe nicht nach seiner Mutter gefragt.
Die Zeugin wird entlassen.

Zeugin 2 – Sozialpädagogin

Die Zeugin beantragt den Ausschluss der Öffentlichkeit für ihre Aussage. Sie hat Angst davor, dass persönliche Daten von ihr an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Aktuelle Ereignisse zeigten bereits das Risiko für Sozialarbeiter.
Das Gericht berät sich für die nächsten 30 Minuten über den Antrag

Der Antrag wurde abgelehnt, da auszuschließen ist, dass persönliche Details über die Zeugin zur Sprache kommen.
Die Zeugin war beim Gespräch anwesend, dass am 04. Oktober mit Gina H. aufgrund des Anzeige wegen möglicher Kindswohlgefährdung einberufen wurde. Die Anzeige wurde von Christine Habetha getätigt, die Anwältin, die Dorina L. in der Nebenklage vertritt. Sie hatte das Jugendamt aufgrund eines Facebook-Posts informiert, in dem Gina H. suizidale Absichten angedeutet hatte.
Während des eigentlichen Gesprächs war Gina H. zunächst aggressiv, beruhigte sich jedoch dann später und es war möglich, die Situation mit ihr zu besprechen. Sie habe jedoch gesagt, dass sie nicht verstehen könne, warum so ein „Gewese“ um Fabians Tod gemacht werden würde.
Die Zeugin berichtet vom 06. November. Hier habe sich Gina H. geweigert, ihren Sohn in die Obhut des Jugendamtes zu geben, damit dieser die Hausdurchsuchung nicht miterlebte. Erst nach langen Diskussionen habe sie eingewilligt, dass Zeugin 1 ihn mit in den Tierpark nehme.
Die Zeugin wird entlassen.

Zeugin 3 – Fabians Großmutter Doris L.

Fabians Großmutter berichtet von Fabian als lieben, fröhlichen und aufgeweckten Jungen. Vor allem der Kontaktabbruch zu seinem Vater habe ihm sehr zugesetzt, in dieser Zeit sei es ihm nicht gutgegangen und er sein etwas schwieriger geworden. Auch Doris L. berichtet, dass der Kontaktabbruch stattfand, weil Matthias R. hangreiflich gegenüber Gina H. wurde.
Doris L. stand im guten Kontakt zu den Eltern von Matthias R. Als dessen Vater starb, erhielt sie eine SMS, in der stand, dass dessen Mutter nun den Kontakt abbrechen wolle. Doris L. glaubt, dass diese SMS von Gina H. im Namen von Matthias R. geschickt wurde. Den Verdacht hatte Matthias R. gegenüber der Polizei sogar selbst geäußert, in seiner eigenen Aussage jedoch widerrufen, er habe seine Meinung diesbezüglich inzwischen geändert, da es keine Beweise dafür gäbe, dass Gina etwas damit zu tun habe.
Ihr gegenüber habe Matthias R. erwähnt, dass die Beziehung zu Gina H. konfliktbehaftet war und er „unter dem Pantoffel“ stand.
Doris L. gibt an, zwar selbst eine Verbindung nach Klein Upahl gehabt zu haben, da sie dort vor mehr als 20 Jahren einmal in der Landwirtschaft ausgeholfen habe. Fabian habe ihres Wissens keinerlei Verbindung nach Klein Upahl gehabt.
Der Richter spricht Doris L. nun auf Matthias R.s Mutter an, die vor Gericht aussagte, sich an nichts erinnern zu können und auch nichts wissen zu wollen. Er fragt, ob Doris L. mit ihr gesprochen habe und ob sie etwas gesagt habe. Die Zeugin gibt an, sich kurz vor ihrer Aussage mit ihr ausgetauscht zu haben, in dem Gespräch jedoch keine relevanten Details zur Sprache gekommen seien.
Auf Nachfrage von Frau Habetha gibt Doris L. an, sich an Weihnachten mit Matthias R. getroffen zu haben. In diesem Gespräch habe er nur kurz erwähnt, dass er Gina H. in der JVA besucht habe und sie nach dem Warum fragen wollte.
Die Zeugin wird entlassen.

Zeuge 4 – Thorsten V.: Lebensgefährte von Doris L.

Der Zeuge sagt aus, dass die SMS, die sie erhielten, sich auf die Beerdigung von Matthias R.s Vater Bezug. Auch er glaubt, dass Gina H. diese Nachricht verfasst habe, in der gestanden haben soll, dass Matthias R.s Mutter sie nicht mehr sehen wollen würde und sie nicht mehr auf die Beerdigung kommen müssen. Thorsten V. sagt jedoch bestimmt, dass diese Nachricht nicht von Matthias R.s Handy aus gesendet wurde, auch wenn dies in den Zeugenaussagen mehrfach erwähnt sowie auch in den Akten derart eingetragen wurde. Er gibt zudem an, dass sie den Kontakt zu Matthias R. abgebrochen haben, seit er bekannt gegeben habe, mit Gina wieder eine Beziehung zu führen.
Der Zeuge wird entlassen.

Videoaufnahmen

Die Aufnahmen wurden am 09. Oktober 2025 vom Zeugen Olaf K. gemacht. Auf ihnen ist Gina auf dem Reitplatz zu sehen. Sie reitet gerade ihren Schimmel, schlägt das Tier mit der Gerte gegen den Hals, reißt an den Zügel und tritt es.
Verteidiger Thomas Löcker wirft ein, dass dies übliches Prozedere beim Springreiten sei. Dass es für jemanden, der sich nicht mit Pferden auskenne, befremdlich wirkt, sei völlig nachvollziehbar, er sieht jedoch vor, einen Experten einzuladen, der bestätigen wird, dass dies nichts mit Tierquälerei zu tun habe. Bei einem Pferd, dass nicht auf den Reiter höre, seien Schläge mit der Gerte, Tritte und das Ziehen an den Zügeln völlig normal. Die Schläge mit der Gerte sind nicht fest.

Am 24. August wird die Verhandlung mit Gina H.s Einlassung fortgesetzt.

 

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock; RTL – Carsten Kulawik)

Fabian: Prozesstag 7

Prozesstag 7 – 28.05.2026

 

Vorbemerkungen

Am heutigen Verhandlungstag sollen „schwierig zu ertragende Fotos“ gezeigt werden. Richter Holger Schütt gibt daher zuvor allen Anwesenden die Möglichkeit, den Saal zu verlassen.

 

Zeuge 1 – Sachverständiger im Fachbereich Textilanalytik

Der erfahrene Beamte ist seit über 30 Jahren im Dienst. Er hat im Zuge der Ermittlungen das Textilgutachten erstellt und Fabians Kleidung, Ginas Kleidung so wie den Pickup untersucht. Bei diesem Verfahren werden mithilfe von Klebeband die zu untersuchenden Oberflächen abgezogen. Die auf diese Weise gesicherten Faserspuren werden miteinander verglichen.

Fabian trug am Tag des Mordes ein graues Oberteil. In dessen Ärmelbündchen konnte der Textilexperte Polyesterfasern sichern, die mit einer Reithose von Gina H. übereinstimmen. Anhand eines Fotos, auf der Gina H. ebendiese Hose trägt, kann bestätigt werden, dass es sich dabei auch wirklich um ihr Kleidungsstück handelt.

Die im Pickup gesicherten Textilfasern können nicht eindeutig Fabian zugeordnet werden, er kann als Spurenverursacher jedoch auch nicht ausgeschlossen werden. Da bereits zuvor der Verdacht geäußert wurde, dass die im Fahrzeug gefundenen Faserspuren auch zu einem ähnlichen Oberteil von Ginas Sohn passen könnten. Ein entsprechendes Gutachten wurde bisher jedoch nicht angefertigt.
Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Kripo-Beamter

Der Kriminaloberkommissar war im Rahmen der Ermittlung für Auswertungen von Funkzellen- und Verbindungsdaten zuständig. Interessant gewesen waren dabei die Funkzellenanalysen der Handys von Fabian, Gina H. Matthias R., sowie zwei Freunden von Gina namens Olaf K. und Christian D. (beide werden später als wichtige Zeugen gehört) im Zeitraum vom 10. bis zum 16. Oktober. Ein Handy loggt sich in verschiedene Funkzellen ein. Durch diese Verbindung kann der Standort eines Mobiltelefons zu einem bestimmten Datum und einer bestimmten Uhrzeit analysiert werden. Hierzu muss das Handy jedoch eingeschaltet und nicht im Flugmodus sein. Das Handy der Angeklagten konnte am Tattag nicht in Güstrow geortet werden. Am 10. Oktober wurde das Handy der Angeklagten bis 10.08 Uhr in ihrem Wohnort geortet. Um 11:10 Uhr loggte sich das Handy in der Nähe von Klein Upahl in einen Funkmast ein. Für den Zeitraum dazwischen sind keine Telefon- oder SMS-Daten vorhanden. Dies könne durchaus dadurch erklärt werden, dass Gina H. ihr Handy zu diesem Zeitpunkt ausgeschaltet hatte.
Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 3 – Sachverständiger Dekra

Der Sachverständige berichtet darüber, dass moderne Fahrzeuge aufgrund ihrer Verbindung zu einem Navigationssystem geortet werden können, da es alle zweimal pro Sekunde einen sogenannten „Trackpoint“ erstellt. Das Auto von Gina H. zeichnete seit dem 03. September bis einschließlich 13. Oktober keine solcher Daten auf. Für das Verschwinden und plötzliche Wiederauftauchen der Daten gibt es keine nachvollziehbare Erklärung.
Am 14.10. sind die Daten des Pickups wieder vorhanden. Um 10:15 Uhr platzieren sie Gina H. an den Tümpel in Klein Upahl, an dem sie den Fund von Fabians Leiche der Polizei meldete.
Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeugin 4 – Sachverständige für Blut- und DNA-Spuren

Die Sachverständige war damit beauftragt, mehrere Messer, Kleidungsstücke, Ginas Fahrzeug sowie ein Stück Küchenrolle aus dem Pickup zu untersuchen, auf dem ein kleiner, orangener Fleck zu erkennen war, der in ersten Tests als Blut identifiziert wurde. Vergleiche mit Fabians DNA, die von seiner Zahnbürste gewonnen wurde, konnten ihm das Blut eindeutig zuordnen. Die merkwürdig hell-orangene Farbe des Flecks deute darauf hin, dass es sich dabei um eine verdünnte Blutspur handele. Wie und wann die Spur entstanden ist, konnte allerdings nicht nachgewiesen werden.
Drei im Fahrzeug selbst sichergestellte Blutspuren wurden untersucht, von denen zwei gar nicht zugeordnet werden konnte, die dritte stammte von Gina. Zudem wurde Fabians DNA im Wagen gefunden, die sich jedoch auch dadurch erklären könnten, da Fabian während der Beziehung von Gina und Matthias in diesem Auto gesessen hat.
Auf den sichergestellten Messern konnten weder Spuren von Fabian noch von Gina nachgewiesen werden.
Die Zeugin wird entlassen.

 

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock; RTL – Carsten Kulawik)

Fabian: Prozesstag 20

Prozesstag 20 – 06. August 2026

Vorbemerkungen

Nebenklägerin Christine Habetha gibt an, dass sie das Olaf K. gehörende Messer noch einmal untersuchen lassen wird. Hierbei sollen molekulargenetische Verfahren zur Anwendung kommen, die auch die kleinsten Spuren auffindbar machen. Da auf dem Messer nur die Fingerabdrücke von Olaf K. gesichert werden konnten, äußerten die Forensiker die Vermutung, dass das Messer gereinigt wurde. Die Verteidigung stimmt dem zu, da dies für die Entlastung der Angeklagten dienlich sein würde.

Zeuge 1 – Förster

Der Förster war am 10. Oktober zwischen 11:00 Uhr und 11:25 Uhr mit Matthias R. zu einer Brennholzabholung verabredet. Zu diesem Zweck hat Matthias R. nachweislich seine Arbeitsstelle verlassen. Der Zeuge bestätigt, dass dieser die gesamte Zeit am angegebenen Ort war. Danach fuhr Matthias R. zurück zur Arbeit. Dies dient Fabians Vater als Alibi für den angenommenen Tatzeitraum.
Der Förster hatte die Polizei bereits zuvor unterstützt. Gina H. hat am Tattag ein Foto mit ihrem Handy aufgenommen, auf dem man ihren Hund beim Spaziergang im Wald sieht. Sie behauptet, wegen dieses Spaziergangs ihr Handy ausgeschaltet zu haben. Der Förster konnte der Polizei den genauen Ort nennen, an dem das Foto aufgenommen wurde. Er bestätigt, dass man von dieser Stelle aus den Leichenfundort auf mehreren Wegen erreichen könne. Zu Fuß sei der Ort etwa 30 Minuten vom Tümpel entfernt. Mit einem geländegängigen Fahrzeug könne man in 5-7 Minuten dort sein.
Der Zeuge wird entlassen.

Zeuge 2 – Sachverständiger für operative Fallanalyse (Profiling)

Der Sachverständige war damit beauftragt, die Chats und KI-Prompts von Gina H. im Hinblick auf ihre Persönlichkeit zu analysieren. Hauptaugenmerk sollte hier auf der Frage liegen, ob die Angeklagte vor und nach der Tat unterschiedliche Verhaltensweisen zeigte. Bereits in den vorherigen Verhandlungstagen skizzierte sich ein deutliches Bild der Angeklagten, das der Sachverständige anhand seiner Analysen bestätigt. Gina H. wirkt vor der Tat kontrollsüchtig, eifersüchtig und sucht vor allem Bestätigung bei Männern. So kam es sogar vor, dass sie, wenn Matthias R. auf ein erotisches Foto von ihr nicht ihrem Wunsch entsprechend reagierte, dass sie dieses Bild dann an einen anderen Mann weiterleitete, der ihr die gewünschte Bestätigung dann zukommen ließ. Das Erfüllen ihrer eigenen Bedürfnisse stehe für sie an erster Stelle. Sie habe keine Empathie für ihre Gesprächspartner aufweisen können.
Auch nach der Tat sind ihre Chats geprägt von Egoismus und Kontrollzwang. Es gab jedoch einzelne Auffälligkeiten, die der Sachverständige für wichtig erachtet. Am Abend des 10. Oktober fragt die Angeklagte zum ersten Mal, ob Matthias R. nicht in Begleitung von Fabian sei. Dies hat sie zuvor in dieser Form noch nie getan.
Am 13. Oktober sind weitere Auffälligkeiten zu verzeichnen. Hier taucht zum ersten Mal in einem Chat die Bezeichnung „Ziehsohn“ für Fabian von Gina H. auf. Zudem sagt sie hier bereits, dass mit dem Schlimmsten zu rechnen sei und man abschließen müsse. Fabians Tod war zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht bekannt.
Bei der Trauerrede, die sie für Matthias R. von Chat GPT schreiben lies, verwendete sie im Prompt die wenig empathischen Bezeichnungen „frech“ und „nicht immer einfach“ für den toten Jungen. Erst in einem zweiten Prompt ergänzt sie, dass sie Fabian über alles geliebt habe. Die Reihenfolge macht den Ermittler stutzig. Im Hinblick auf die negativen Beschreibungen für den Jungen wirkt die nachgereichte Liebeserklärung wenig authentisch.
Allgemein habe sie Chat GPT dafür verwendet, ihre übermäßigen Emotionen in Worte zu fassen, um sie dann auf den sozialen Medien posten zu können. Auch in dieser Hinsicht zeugen ihre Prompts davon, dass sie einen Hang zur (Selbst)Darstellung und zum Übertreiben habe.
Der Sachverständige gibt auf Nachfrage des Richters an, dass Gina H. vor der Tat nie nach Matthias R.s Wohlbefinden gefragt hat, auch nicht dann, als er ihr aktiv mitteilte, dass es ihm nicht gutgehe. Nach der Tat habe sie auffällig oft gefragt, wie es ihm gehe. Zudem habe sie schnell wieder auf ihre egozentrische Art gewechselt, bei der sie dem trauernden Vater seinen Schmerz nicht zugestehen wollte.
Im Zusammenhang mit einem Foto beschreibt sie sich selbst als süß, psychopathisch, aggressiv, provokant und eifersüchtig. Der Sachverständige schließt daraus, dass sie dazu in der Lage war, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren.
Der Zeuge wird entlassen.

Zeuge 3 – Hufschmied

Der Hufschmied war am 10. Oktober von 8:10 Uhr bis 9:45 Uhr beruflich auf Ginas Hof. Hier hielten sich außerdem ihre Großmutter und ein dem Hufschmied unbekannter Mann auf. Er berichtet, dass Gina H. zwar reservierter wirkte als sonst, jedoch wesentlich gefasster als bei seinem vorherigen Besuch vor zwei Monaten. Kurz nach der Trennung von Matthias R. war sie völlig aufgelöst. Auf Nachfrage berichtet der Hufschmied, dass er zwischen den beiden Frauen kein Gespräch mitbekommen habe, in dem es darum ging, dass Gina H. später noch nach Güstrow wolle, um Besorgungen für ihre Großeltern zu machen. Zudem gibt er an, dass er im Laue seiner ca. dreijährigen Tätigkeit auf dem Hof bei den Pferden keine Verletzungen feststellen konnte, die auf eventuelle Misshandlungen hindeuteten, die man Gina H. bereits vorgeworfen hatte.
Der Zeuge wird entlassen.

Zeuge 4 – Hobbyfotograf aus Güstrow

Der Hobbyfotograf war am 10. Oktober 2025 zwischen 13:35 Uhr und 15:40 Uhr in der Nähe des Bolzsees. An diesem soll sich Gina H. mit Christian D. nach der Tat getroffen haben. Er berichtet, dass er einen orangefarbenen Pickup beobachtet habe, an dessen Steuer eine blonde Frau mit hellem Oberteil saß. Er ist sich sicher, dass er diese Beobachtung zwischen 15:35 Uhr und 15:40 Uhr machte, da die Timecodes seiner Fotos diese Zeit bestätigen. Die Polizei stellte jedoch fest, dass seine Kamera auf eine falsche Zeitzone eingestellt war und die Beobachtung somit eine Stunde früher stattgefunden haben muss.
Der Zeuge wird entlassen.

Zeugin 5 – Augenzeugin

Die 55-jährige Zeugin hat beim Versorgen der Schafe einer Bekannten bei Klein Upahl am Morgen des 13. Oktober in der nähe des Tümpels gegen 9:00 Uhr einen orangefarbenen Pickup und einen schwarzen SUV gesehen. Personen habe sie bei den Fahrzeugen nicht gesehen. Diese Beobachtung sei ihr in dem Moment wieder in den Sinn gekommen, als sie das Fahrzeug der Angeklagte in den Medien gesehen habe. Laut Richter Holger Schütt gibt es auch hier eine Unstimmigkeit in der Zeitangabe der Zeugin. In Anlehnung an das Weidezaun-Protokoll, in dem regelmäßig die Zustände der Zäune mit Datum und Uhrzeit dokumentiert werden müssen, sei die Zeugin erst um 11:10 Uhr vor Ort gewesen. Die Zeugin sagt, dass dies durchaus möglich sei.
Die Zeugin wird entlassen.

Zeugin 6 – Gina H.s Schwester

Ihr Antrag, die Öffentlichkeit von ihrer Aussage auszuschließen wurde abgelehnt, trotzdem möchte Ginas Schwester eine Aussage machen. Im alter von 8 bzw. 9 Jahren seien sie von ihren Eltern aus Niedersachsen zu den Großeltern nach Reimershagen gekommen. Zunächst haben die beiden Schwestern eine enge Beziehung gehabt, man habe sich jedoch später auseinandergelebt. Sie hat seit 8 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Schwester oder zu ihrer Großmutter, da beständige Meinungsverschiedenheiten das Verhältnis trübten. Dazu gehörte unter anderem, dass die Großmutter kein Interesse an der Tochter der Zeugin hatte, auch nicht in Situationen, in denen das Kind auf die Hilfe der Großmutter angewiesen war. Zwar habe sie anfänglich noch hin und wieder Kontakt zu Gina gehabt, diese habe den dann abgebrochen aus Sorge davor, die finanzielle Unterstützung durch ihre Großeltern zu verlieren.. Zudem stehe sie noch im Kontakt zur Mutter, was ebenfalls für Gina H. nicht tolerierbar war. Als ihre Schwester ihr zum Tod ihres Pferdes ihr Beileid aussprechen wollte, erhielt sie als Antwort nur, dass sie das nichts angehe. Ihrem Großvater habe die Schwester jedes Jahr zum Geburtstag einen Brief geschrieben, eine Antwort habe sie jedoch nie erhalten. Ihren Vater habe sie nie kennengelernt. Sie sei zudem nicht sicher, ob sie und Gina überhaupt denselben Vater haben. Sie berichtet von der gemeinsamen Kindheit und erklärt, dass sie als junges Mädchen keinen wirklichen Einblick in das Verhältnis zwischen ihrer Großmutter und ihrer Mutter hatte, sie habe lediglich vermittelt bekommen, dass die Mutter kein Interesse am Kontakt mit ihren Töchtern habe. Ihr Großvater, der als Koch gearbeitet hat, habe zusätzlich geführte Waldwanderungen in der Gegend angeboten. Klein Upahl gehörte jedoch nicht zu seinem Einzugsbereich.
Ginas Kindheit sei schwierig gewesen. Sie war lieber allein und nicht besonders beliebt. Freunde hatte sie kaum und sei auch im Freundeskreis ihrer Schwester aufgrund ihrer negativen Art nicht willkommen gewesen. Gina habe ihre Ausbildung abgebrochen, weil sie keine Lust gehabt habe zu arbeiten. Diese Aussage bringt Gina H. dazu, ihre Schwester von der Anklagebank aus verbal anzugreifen, was den Richter dazu bringt, eine Verwarnung auszusprechen.
Die Zeugin berichtet, dass Gina H. gerne im Mittelpunkt stand und immer in einem positiven Licht dastehen wollte, daher habe sie auch nicht davor zurückgeschreckt, zu lügen, ihre Schwester schlechtzureden oder die Erfolge der Schwester als die ihren auszulegen. Am 14. Oktober erhielt die Schwester eine Sprachnachricht von Matthias R., in der er sagte, dass er Gina für verdächtig halte, daraufhin habe sie ihm nahegelegt, die Polizei über diesen Verdacht zu informieren. Allgemein sei die Schwester gegenüber Gina in der Kindheit von den Großeltern vernachlässigt worden, während Gina immer im Mittelpunkt stand. Während Gina finanzielle Unterstützung erhielt, musste sie sich mit den Resten begnügen. Sie beschreibt Gina H. als sehr tierlieb, auch wenn sie ihren Pferden gegenüber manchmal grob gewesen sei, sie mit der Gerte oder der flachen Hand geschlagen habe. Aufgrund dieses Verhaltens sei sie sogar einmal von einem Turnier ausgeschlossen worden.
Der psychiatrische Sachverständige spricht nun eine Unstimmigkeit an. Gina H. habe ihm gegenüber behauptet, schon wesentlich früher zu ihren Großeltern gezogen zu sein. Ginas Schwester verneint das.
Auf Nachfrage des Verteidigers Thomas Löcker, ob die Mutter der beiden Schwestern eine Meinung zu dem Fall habe, antwortet die Zeugin nur, dass sie sich dazu nicht geäußert habe.
Die Zeugin wird entlassen.

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock; RTL – Carsten Kulawik)

Fabian: Prozesstag 6

Prozesstag 6 – 27. Mai 2026

 

Vorbemerkungen

Am 09. Oktober verwendete Gina H. Chat GPT um sich ein Testament schreiben zu lassen. In diesem vererbt sie Ihrem Sohn Auto und Geld und weist an, dass ihre Großeltern das Sorgerecht übernehmen sollten. Ihre Pferde überschreibt sie einer Freundin. Zudem lässt sie sich einen Text über ihre Beziehung zu Matthias R. verfassen.

Am 10. Oktober schickt Gina H. um 21:31 Uhr eine Sprachnachricht an Matthias R., um ihm mitzuteilen, dass sie in dieser schweren Zeit für ihn da sein wird und auch trotz der Trennung an seiner Seite steht.

Am 11. Oktober sendet sie eine weitere Sprachnachricht an Matthias R. in der sie ihm mitteilt, dass sie auf Facebook gelesen habe, dass Fabian in Rostock gesehen worden sei und sie ihm empfehle, der Polizei diesen Hinweis zu geben.

In weiteren Sprachnachrichten nähert sie sich Matthias R. immer mehr an, verspricht ihm Unterstützung ungeachtet der Beziehungsprobleme und beteuert, immer für ihn da zu sein. Sie drängt ihre Unterstützung förmlich auf und ist enttäuscht, als er diese nicht wie erwünscht annimmt.

 

Zeuge 1 – Augenzeuge

Der 18-jährige Landwirt befand sich am Morgen des 10. Oktober mit mehreren Kollegen in der Nähe von Klein Upahl. Dort habe er zwischen 12 und 13 Uhr einen orangefarbenen Pickup aus einem Feldweg kommen sehen. Als er anmerkte, dass es sich dabei um das Auto von Gina H. handele, stimmten ihm alle Anwesenden zu. Am Steuer habe er eine Frau mit langen blonden Haaren erkannt. Der junge Mann kennt die Angeklagte, da er im Nachbarort wohnt. Er hat sich jedoch nicht selbst bei der Polizei gemeldet, sondern kam im Rahmen einer Verkehrskontrolle mit den Beamten in Kontakt, bei denen ihm ein Foto von Ginas Auto gezeigt wurde und um Hilfe bei der Aufklärung gebeten wurde. Man habe ihm zu diesem Zeitpunkt auch mitgeteilt, dass es sich um das Auto der Angeklagten handele.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Augenzeuge

Der 59-jährige Mann war ebenfalls an dem Tag anwesend, an dem der orangefarbene Pickup auf dem Feldweg gesehen wurde. Er bestätigt die Sichtung, kann jedoch nicht bezeugen, wer den Wagen gefahren hat. Er berichtet, dass das Auto vom Feldweg aus in Richtung Klein Upahl fuhr. Der Mann gibt an, dass er es nicht für möglich hält, dass sein Kollege den Fahrer des Wagens hätte erkennen können. Er bestätigt, dass sein Kollege die vorherige Aussage auch schon vor der Presse getätigt hat.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeugin 3 – Anwohnerin aus Klein Upahl

Die 44-jährige Reiterin war am Nachmittag des 10. Oktober mit ihrem Pferd bei Klein Upahl unterwegs. Als sie gegen 15:00 Uhr Rauch in einem Gebüsch wahrnahm, habe sie genauer hingeschaut. Sie sah ein Feuer bei einem Tümpel und hielt es für eine Schilfrodung. Mit ihrem Handy fotografierte sie den Brand. Dass dieser mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht werden könnte, ahnte sie erst viel später, als ein Polizist sie auf mögliche Beobachtungen ansprach.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 4 – Augenzeugin

Am 10. Oktober befand sich die Zeugin gegen 13:00 Uhr auf dem Nachhauseweg von der Arbeit, der sie durch Klein Upahl führte. Zu dieser Zeit sah sie in der Nähe des Ortes Rauch, den sie auf das Verbrennen von Gartenabfällen zurückführte. Sie erinnere sich so genau an das Datum, da sie an diesem Tag eine Betriebsfeier hatten. Über die Uhrzeit, in der die Zeugin das Feuer gesehen haben will, bestehen Diskrepanzen. So habe sie in einer vorherigen Befragung bei der Polizei eine andere, spätere Uhrzeit angegeben. Da es auf der Arbeitsstelle der Dame keine Dienstpläne gebe, könne dies jedoch nicht mehr nachvollzogen werden.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 5 – Nachbarin von Gina H.

Die Frau berichtet, dass sie Gina H. am 10. Oktober in ihrem Wohnort Reimershagen gesehen habe. Es war gegen 14:50 Uhr. Die Angeklagte kam ihr im Auto entgegen, man habe sich gegrüßt. Sie kenne Gina H. seit 2023, sei mit ihr befreundet und habe sogar ab und zu auf ihren Sohn aufgepasst. Matthias R. sei ihr nur wie eine Arbeitskraft vorgekommen, der für die Finanzierung von Ginas Lebensstil zuständig war. Wegen des regelmäßigen Streits ging es bei den beiden häufig sehr laut zu. Sie selbst habe nie Handgreiflichkeiten zwischen den beiden beobachtet, jedoch wurde ihr durch Ginas Sohn davon erzählt, dass Matthias seine Mutter geschlagen habe.
Inzwischen sehe sie Matthias R. täglich bei den Pferden und gibt an, dass er von Anfang an an die Unschuld der Angeklagten geglaubt habe. Er habe sogar einmal den Verdacht geäußert, dass Dorina gemeinsam mit einer Freundin hinter der Tat stecken könne. Gründe für diesen Verdacht habe er jedoch keine. Sie gibt an, dass im Dorf die meisten an Ginas Schuld glauben.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 6 – Augenzeugin

Die Kindergärtnerin aus der Kita in Güstrow habe am 10. Oktober früher Feierabend machen können und sei dann gegen 14:15 Uhr mit dem Auto nach Hause gefahren. Der Weg führte sie durch Klein Upahl. Dort sei ihr ein auffällig lackiertes Auto entgegengekommen. Die Farbe habe ihr so gut gefallen, dass sie das Auto sogar fotografieren wollte, jedoch hat sie ihr Handy nicht rechtzeitig fassen können. Sie habe jedoch weder auf den Fahrer noch auf das Nummernschild geachtet. Als sie ihre Beobachtung im Januar der Polizei in Güstrow habe melden wollen, hätte man sie an ein Bürgertelefon für Hinweise verwiesen und sie nach Hause geschickt. Daraufhin hat sie erst im Februar ihre Aussage getätigt.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeuge 7 – Kripo-Ermittler

Am Abend des 10. Oktober sei die Suche nach Fabian mithilfe von Spürhunden begonnen worden. Da die Hunde zunächst Fabians Fährte zum Güstrower Busbahnhof verfolgten, habe man angenommen, dass der Junge mit dem Bus zu seinem Vater nach Groß Breesen habe fahren wollen. Die Spürhunde haben auch dort wieder angeschlagen und seien in Richtung Klein Breesen gelaufen.

Im Rahmen der Suchaktion seien sowohl Fabians Wohnung, die Hütte in der Gartenanlage sowie der Hof von Daniels Vater erfolglos durchsucht worden. Daraufhin folgte eine großangelegte Personenbefragung.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Sprach- und Chatnachrichten

In einer Sprachnachricht am 12. Oktober behauptet Gina H. gegenüber Matthias R. dass er sich nicht dafür interessiere, wie es ihr mit dem Verschwinden von Fabian gehe.

Am 13. Oktober berichtet sie in einer Sprachnachricht an Matthias R., dass sie sehr genau wisse, wie er sich gerade fühle, denn sie habe als Kind erlebt, dass ein Freund verschwunden und tot aufgefunden worden wäre.

Noch am selben Abend beginnt sie wieder mit kontrollierenden und eifersüchtigen Nachrichten im Hinblick auf Matthias Facebook Aktivitäten.

 

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock)

 

Fabian: Prozesstag 5

Prozesstag 5 – 21.05.2026

 

Vorankündigungen

Eine von der Nebenklage geladene Zeugin, die intime Nachrichten mit Matthias R. ausgetauscht hat, soll vorgeladen werden. Die Verteidigung lehnt die Vernehmung dieser Zeugin ab, da sie lediglich zur Demütigung der Angeklagten und nicht zur Wahrheitsfindung dienlich sei. Zudem habe die besagte Zeugin sich öffentlich auf Facebook mit Dorina L. solidarisiert und sei somit Teil eines möglichen Komplotts gegen die Angeklagte.

 

Zeugin 1 – Mitarbeiterin des Jugendraums

Die 42-jährige Frau berichtet, dass Fabian fast täglich im Jugendraum war, um Karten oder PC zu spielen. Zuletzt war er auch am 09. Oktober dort, dem Tag vor seinem Verschwinden. Sie habe Fabian als offenen und zugänglichen Jungen kennengelernt, dem sie durchaus auch zutrauen würde, mit Fremden mitzugehen. Über Fabians Familienverhältnisse weiß sie nur zu berichten, dass Fabians Eltern getrennt lebten und der Vater eine neue Freundin habe, von der er jedoch nichts berichtet habe.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Mitarbeiter des Jugendraums und Ehemann von Zeugin 1

Er kenne Fabian schon seit zwei Jahren, in dieser Zeit habe er weder den Vater noch die Mutter des Jungen kennengelernt. Über familiäre Dinge sei nie gesprochen worden.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Sprach- und Chatnachrichten

Es werden weitere Sprachnachrichten aus dem Zeitraum nach der Trennung von Matthias R. und Gina H. abgespielt.

Gina H. deutet zwischen den Zeilen suizidäre Gedanken an. Die manipulativen Sprachnachrichten schwanken zwischen Liebesbekundungen, Akzeptanz, Vorwürfe und Leid.

Am 05. Oktober wirft sie ihm Kontakte zu anderen Frauen vor, darunter auch den zu Dorina, Fabians Mutter. Matthias versichert Gina verzweifelt, dass er nur mit ihr schreibe, wenn es um Fabian geht.

 

Zeugin 3 – Monika R.: Fabians Großmutter

Die Dame wird von ihrer Tochter (Schwester von Matthias R.) begleitet, die sie als Pflegerin unterstützt. Auch als eventuelle Zeugin darf sie ihrer Mutter zur Seite stehen. Monika antwortet nur in knappen und wenig informativen Sätzen. Sie wisse weder etwas über die Beziehung ihres Sohnes zu Dorina als auch über die zu Gina.
Sie weigert sich, Angaben über die Trennung zu machen. Auf die Frage, ob sie wisse, was mit Fabian passiert sei, antwortet sie lediglich mit „Nein“ und auch auf die Frage, ob sie wissen wolle, was mit Fabian passiert sei, antwortet sie mit einem einfachen „Nein“. Als die Staatsanwaltschaft sie auf ihre Pflicht, die Wahrheit zu sagen hinweist und darauf, dass sie sich bei der Polizei sehr wohl an manche Sachverhalte erinnern konnte, bleibt sie trotzdem bei ihrem stoischen „Nein“.

Da die Zeugin jede Frage mit „Kann ich nichts zu sagen“ oder „Weiß ich nicht“ beantwortet, wird sie entlassen.

 

Zeugin 4 – Polizistin

Die 44-jährige Beamtin war ab dem 11. Oktober mit Fabians Verschwinden betraut worden. Gemeinsam mit einem Kollegen habe sie an diesem Tag den Hof des Vaters durchsucht, um auszuschließen, dass Fabian sich irgendwo dort versteckt haben könnte. Matthias R. wirkt an diesem Tag sehr besorgt, bemängelte jedoch die Kommunikation seitens der Polizei, von der er sich nicht ausreichend in die vorgehenden Prozesse integriert gefühlt habe. Er habe viel Zeit am Handy verbracht. Matthias Mutter und ein Bruder, die ebenfalls anwesend waren, wirkten auf die Beamtin eher teilnahmslos.
Fabians Vater habe sich zum Zeitpunkt des Verschwindens des Jungen auf der Arbeit aufgehalten. Dies habe sich bei einer Überprüfung seiner Arbeitsstelle am 13. Oktober herausgestellt. Dort haben die befragten Kollegen unabhängig voneinander und von selbst den Namen Gina H. erwähnt und angegeben, dass sie ihr einiges zutrauen würden. Eine persönlich mit Gina H. bekannte Kollegin des Vaters spricht von mangelnder Impulskontrolle seitens Gina H., eine andere Kollegin spricht von aggressivem und intrigantem Verhalten seitens der Angeklagten, ein weiterer Kollege bezeichnet sie als „nicht zurechnungsfähig“.

Nachdem Gina H. auf diese Weise in den Fokus geraten war, habe man entschieden diese aufzusuchen. Die Angeklagte habe auf diesen erneuten Besuch der Polizei nicht begeistert reagiert, das Haus sei bereits durchsucht worden und sie habe bereits alles gesagt. Im späteren Verlauf des Gesprächs gibt sie jedoch an, die Trennung von Matthias sei aufgrund seiner Gewalttätigkeit und seiner Alkoholprobleme gekommen. Gina H. gibt an, am Tag von Fabians Verschwinden den ganzen Tag im Pferdestall gearbeitet zu haben, außerdem habe sie nicht gewusst, dass er krank zu Hause sei, auch eine Fahrt nach Güstrow für Besorgungen habe sie nicht erwähnt. Allgemein habe Gina H. sehr kontrolliert und wenig betroffen gewirkt.

Am 14. Oktober stößt die Beamtin am Leichenfundort zu ihren Kollegen, die die Leiche bereits entsprechend abgesichert haben. Sie beschreibt, dass der kleine Körper stark verbrannt gewesen sei.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 5 – Anwohnerin aus Güstrow

Die 36-jährige Frau wurde am 24. Oktober von Polizeibeamten über den Mord an Fabian befragt. Diese erhofften sich Augenzeugen zu finden, die etwas Auffälliges über den Tattag berichten konnten. Sie kannte den Jungen und seine Familie zwar nicht, als die Beamten der Anwohnerin ein Foto des orangefarbenen Ford Rangers zeigten, erinnerte sie sich sofort. Das auffällige Auto war ihr am Tattag ins Auge gefallen, weil sie es besonders schön fand. Sie konnte die Beamten zu dem Ort führen, an dem es geparkt war. Die Frau identifiziert auch im Gerichtssaal den Wagen zu 100% und zeigt auf einer Karte, wo sie das parkende Auto sah. Es stand am 10. Oktober nur ca. 2 Gehminuten von Fabians Wohnung entfernt.

Überwachungsvideoaufnahmen zeigen dasselbe Auto um 10:45 Uhr in ebendieser Gegend, jedoch an einem anderen Ort und nicht in der von der Zeugin benannten Parklücke. Die Aussage der Zeugin kann somit nicht bestätigt werden. Sie bleibt jedoch dabei, das Auto zu dieser Zeit in der von ihr angegebenen Parklücke gesehen zu haben.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeuge 6 – Passant

Der 45-jährige Mann gibt an, am 10. Oktober um 11:00 Uhr einen einsamen Jungen, auf den die Beschreibung von Fabian passt, ihn Zehna am Straßenrand gesehen zu haben. Ihm habe sich eine Frau mit schwarzen Haaren und dunkelblauer Jacke genähert. Zeitgleich sei der orangefarbene Pickup auf die beiden zugefahren, den er eindeutig als den Wagen von Gina H. identifiziert.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Sprach- und Chatnachrichten

Die Nachrichten, die aus der Zeit nach der Trennung und kurz vor Fabians Tod aufgenommen wurden, zeichnen erneut ein Bild von der Beziehung zwischen Gina H. und Matthias R. Die Vorwürfe reißen nicht ab. Immer wieder kommt es zu Streit. Am 09. Oktober um 21:09 Uhr blockiert Gina Matthias nach einer erneuten Auseinandersetzung und kauft kurze Zeit später eine online Vorlage für ein Testament.

 

 

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock)