Fabian: Prozesstag 6

Prozesstag 6 – 27. Mai 2026

 

Vorbemerkungen

Am 09. Oktober verwendete Gina H. Chat GPT um sich ein Testament schreiben zu lassen. In diesem vererbt sie Ihrem Sohn Auto und Geld und weist an, dass ihre Großeltern das Sorgerecht übernehmen sollten. Ihre Pferde überschreibt sie einer Freundin. Zudem lässt sie sich einen Text über ihre Beziehung zu Matthias R. verfassen.

Am 10. Oktober schickt Gina H. um 21:31 Uhr eine Sprachnachricht an Matthias R., um ihm mitzuteilen, dass sie in dieser schweren Zeit für ihn da sein wird und auch trotz der Trennung an seiner Seite steht.

Am 11. Oktober sendet sie eine weitere Sprachnachricht an Matthias R. in der sie ihm mitteilt, dass sie auf Facebook gelesen habe, dass Fabian in Rostock gesehen worden sei und sie ihm empfehle, der Polizei diesen Hinweis zu geben.

In weiteren Sprachnachrichten nähert sie sich Matthias R. immer mehr an, verspricht ihm Unterstützung ungeachtet der Beziehungsprobleme und beteuert, immer für ihn da zu sein. Sie drängt ihre Unterstützung förmlich auf und ist enttäuscht, als er diese nicht wie erwünscht annimmt.

 

Zeuge 1 – Augenzeuge

Der 18-jährige Landwirt befand sich am Morgen des 10. Oktober mit mehreren Kollegen in der Nähe von Klein Upahl. Dort habe er zwischen 12 und 13 Uhr einen orangefarbenen Pickup aus einem Feldweg kommen sehen. Als er anmerkte, dass es sich dabei um das Auto von Gina H. handele, stimmten ihm alle Anwesenden zu. Am Steuer habe er eine Frau mit langen blonden Haaren erkannt. Der junge Mann kennt die Angeklagte, da er im Nachbarort wohnt. Er hat sich jedoch nicht selbst bei der Polizei gemeldet, sondern kam im Rahmen einer Verkehrskontrolle mit den Beamten in Kontakt, bei denen ihm ein Foto von Ginas Auto gezeigt wurde und um Hilfe bei der Aufklärung gebeten wurde. Man habe ihm zu diesem Zeitpunkt auch mitgeteilt, dass es sich um das Auto der Angeklagten handele.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeuge 2 – Augenzeuge

Der 59-jährige Mann war ebenfalls an dem Tag anwesend, an dem der orangefarbene Pickup auf dem Feldweg gesehen wurde. Er bestätigt die Sichtung, kann jedoch nicht bezeugen, wer den Wagen gefahren hat. Er berichtet, dass das Auto vom Feldweg aus in Richtung Klein Upahl fuhr. Der Mann gibt an, dass er es nicht für möglich hält, dass sein Kollege den Fahrer des Wagens hätte erkennen können. Er bestätigt, dass sein Kollege die vorherige Aussage auch schon vor der Presse getätigt hat.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Zeugin 3 – Anwohnerin aus Klein Upahl

Die 44-jährige Reiterin war am Nachmittag des 10. Oktober mit ihrem Pferd bei Klein Upahl unterwegs. Als sie gegen 15:00 Uhr Rauch in einem Gebüsch wahrnahm, habe sie genauer hingeschaut. Sie sah ein Feuer bei einem Tümpel und hielt es für eine Schilfrodung. Mit ihrem Handy fotografierte sie den Brand. Dass dieser mit dem Verbrechen in Verbindung gebracht werden könnte, ahnte sie erst viel später, als ein Polizist sie auf mögliche Beobachtungen ansprach.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 4 – Augenzeugin

Am 10. Oktober befand sich die Zeugin gegen 13:00 Uhr auf dem Nachhauseweg von der Arbeit, der sie durch Klein Upahl führte. Zu dieser Zeit sah sie in der Nähe des Ortes Rauch, den sie auf das Verbrennen von Gartenabfällen zurückführte. Sie erinnere sich so genau an das Datum, da sie an diesem Tag eine Betriebsfeier hatten. Über die Uhrzeit, in der die Zeugin das Feuer gesehen haben will, bestehen Diskrepanzen. So habe sie in einer vorherigen Befragung bei der Polizei eine andere, spätere Uhrzeit angegeben. Da es auf der Arbeitsstelle der Dame keine Dienstpläne gebe, könne dies jedoch nicht mehr nachvollzogen werden.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 5 – Nachbarin von Gina H.

Die Frau berichtet, dass sie Gina H. am 10. Oktober in ihrem Wohnort Reimershagen gesehen habe. Es war gegen 14:50 Uhr. Die Angeklagte kam ihr im Auto entgegen, man habe sich gegrüßt. Sie kenne Gina H. seit 2023, sei mit ihr befreundet und habe sogar ab und zu auf ihren Sohn aufgepasst. Matthias R. sei ihr nur wie eine Arbeitskraft vorgekommen, der für die Finanzierung von Ginas Lebensstil zuständig war. Wegen des regelmäßigen Streits ging es bei den beiden häufig sehr laut zu. Sie selbst habe nie Handgreiflichkeiten zwischen den beiden beobachtet, jedoch wurde ihr durch Ginas Sohn davon erzählt, dass Matthias seine Mutter geschlagen habe.
Inzwischen sehe sie Matthias R. täglich bei den Pferden und gibt an, dass er von Anfang an an die Unschuld der Angeklagten geglaubt habe. Er habe sogar einmal den Verdacht geäußert, dass Dorina gemeinsam mit einer Freundin hinter der Tat stecken könne. Gründe für diesen Verdacht habe er jedoch keine. Sie gibt an, dass im Dorf die meisten an Ginas Schuld glauben.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeugin 6 – Augenzeugin

Die Kindergärtnerin aus der Kita in Güstrow habe am 10. Oktober früher Feierabend machen können und sei dann gegen 14:15 Uhr mit dem Auto nach Hause gefahren. Der Weg führte sie durch Klein Upahl. Dort sei ihr ein auffällig lackiertes Auto entgegengekommen. Die Farbe habe ihr so gut gefallen, dass sie das Auto sogar fotografieren wollte, jedoch hat sie ihr Handy nicht rechtzeitig fassen können. Sie habe jedoch weder auf den Fahrer noch auf das Nummernschild geachtet. Als sie ihre Beobachtung im Januar der Polizei in Güstrow habe melden wollen, hätte man sie an ein Bürgertelefon für Hinweise verwiesen und sie nach Hause geschickt. Daraufhin hat sie erst im Februar ihre Aussage getätigt.

Die Zeugin wird entlassen.

 

Zeuge 7 – Kripo-Ermittler

Am Abend des 10. Oktober sei die Suche nach Fabian mithilfe von Spürhunden begonnen worden. Da die Hunde zunächst Fabians Fährte zum Güstrower Busbahnhof verfolgten, habe man angenommen, dass der Junge mit dem Bus zu seinem Vater nach Groß Breesen habe fahren wollen. Die Spürhunde haben auch dort wieder angeschlagen und seien in Richtung Klein Breesen gelaufen.

Im Rahmen der Suchaktion seien sowohl Fabians Wohnung, die Hütte in der Gartenanlage sowie der Hof von Daniels Vater erfolglos durchsucht worden. Daraufhin folgte eine großangelegte Personenbefragung.

Der Zeuge wird entlassen.

 

Sprach- und Chatnachrichten

In einer Sprachnachricht am 12. Oktober behauptet Gina H. gegenüber Matthias R. dass er sich nicht dafür interessiere, wie es ihr mit dem Verschwinden von Fabian gehe.

Am 13. Oktober berichtet sie in einer Sprachnachricht an Matthias R., dass sie sehr genau wisse, wie er sich gerade fühle, denn sie habe als Kind erlebt, dass ein Freund verschwunden und tot aufgefunden worden wäre.

Noch am selben Abend beginnt sie wieder mit kontrollierenden und eifersüchtigen Nachrichten im Hinblick auf Matthias Facebook Aktivitäten.

 

(Quellen: Stern.de; Ostseewelle; t-online; NDR; Focus Online; Pressemitteilungen Landgericht Rostock)

 

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