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Fabian: Prozesstag 11

Prozesstag 11 – 12.06.2026

 

Christian D. – Bekannter von Gina H.

Jäger Christian D. ist seit zehn Jahren mit Gina H. bekannt. Der engere Kontakt entstand, weil er aus Versehen ein Emoji auf Facebook an die Angeklagte schickte. Es habe sich eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden entwickelt, die sie jedoch geheim hielten, um das Gerede im Dorf zu vermeiden. Der engere Kontakt der beiden begann am 19. Oktober 2026. Bis zum 09. Oktober tauschten sie 1431 Nachrichten aus. Eine sexuelle Beziehung habe es zwischen den beiden nicht gegeben. Er habe lediglich ein offenes Ohr für Gina H. gehabt. Sie habe ihm regelmäßig ihre Sorgen berichtet, u.a. habe sie ihm erzählt, dass sie von Matthias R. schwanger gewesen sei, das Kind jedoch verloren habe, nachdem er gewalttätig ihr gegenüber geworden sei.
Gemeinsame Treffen mit Gina H. verheimlicht Christian D. sogar vor seiner Ehefrau, auch diesen Umstand schiebt er darauf, Gerede vermeiden zu wollen. Bei diesen persönlichen Treffen habe ihm die Angeklagte sehr private Dinge erzählt. Sie sei dreimal vergewaltigt worden und leide unter einer Borderline-Störung. Alle gemeinsamen Treffen fanden ausschließlich nach der Trennung von Matthias R. statt, daher sei es auch um die Trennung gegangen. Gina H. habe gesagt, dass Fabian versucht habe, die Beziehung zwischen den beiden zu zerstören. Dies habe sich dadurch gezeigt, dass Fabian Dinge, die Gina zu ihm gesagt habe, verdreht habe. Christian D. habe jedoch nicht den Eindruck gehabt, dass die Angeklagte sauer darüber gewesen sei, dass Matthias R. nach der Trennung wieder Kontakt zu seinem Sohn habe. Die beiden haben nach der Trennung jedoch auch weiterhin gestritten, aber auch Sex gehabt.
Am 09. Oktober fand eines dieser persönlichen Treffen an einem See statt. Gina H. habe nach einem Streit mit Matthias R. Gesprächsbedarf gehabt. Gina H. habe erwähnt, dass es an der Zeit wäre, eine Entscheidung zu treffen, wie es weitergehe. Von Fabian habe sie allerdings nicht gesprochen. Noch am selben Tag habe er eine Nachricht von Gina H. erhalten, in der sie ihm gestanden habe, ihr Pferd „verdroschen“ zu haben. Dies sei das erste und einzige Mal gewesen, dass er davon in Kenntnis kam, dass Gina gegenüber ihren Tieren Gewalt einsetzte.
Am 10. Oktober habe er um 12:50 Uhr einen Anruf von Gina H. mit der Bitte um ein Treffen erhalten. Da sie sehr traurig wirkte, habe er sich mit ihr an einem See getroffen. Die Angeklagte berichtete von einem erneuten Streit mit Matthias R., mit dem sie kurz zuvor telefoniert habe. Das Gespräch zwischen Christian und Gina habe ca. 40 Minuten gedauert, danach habe man sich verabschiedet. Gina H. trug zu dem Treffen eine dunkle Jacke und eine dunkle Reiterhose, an die Schuhe könne er sich nicht mehr erinnern. Die Angeklagte habe einen geknickten wie nervösen Eindruck gemacht.
Am Abend habe die Angeklagte ihm von Fabians Verschwinden berichte. Sie habe ganz normal und unbesorgt gewirkt. Es habe sie eher gestört, dass Matthias R. nicht auf ihre Hilfsangebote eingegangen sei, sondern dass er damit beschäftigt gewesen sei, Fabian zu suchen. Man habe fast eine Stunde telefoniert. Gina H. habe berichtet, dass Matthias R. betrunken auf die Suche nach seinem Sohn gegangen sei.

Am 11. Oktober schickt Gina H. eine Sprachnachricht, in der sie unter anderem nach einem Alibi fragt. Der Zeuge habe dies jedoch zunächst nicht hinterfragt. An diesem Abend googelt Christian D., laut eigener Aussage im Auftrag von Gina H., nach „Warum gibt es Leichenstarre“. Die Angeklagte habe gesagt, dass es sich bei ihrem Interesse zu dem Thema um Reitunfälle handele. Zudem fragte sie ihn, ob Wildschweine Menschen fressen. Der Zeuge antwortet ihr darauf, dass er fest davon ausgehe, da es sich um Aasfresser handele.

Am 13. Oktober erhält Christian D. eine Sprachnachricht von Gina, in der sie zum ersten Mal die gemeinsame Suche nach Fabian im Raum Klein Upahl vorschlägt. Christian D. zeigt sich in der Sprachnachricht von Ginas Idee angetan und möchte sie unterstützen. Er gibt jedoch an, nicht davon ausgegangen zu sein, dass man dort etwas finde. Er selbst habe den Ort für „absurd“ gehalten und wollte nur höflich sein. Man habe sich abermals am See verabredet. Dort habe sie erwähnt, dass sie im Winter in der Nähe von Klein Upahl mit Fabian Schlitten gefahren seien. An diesem Ort wolle sie am Abend mit ihm gemeinsam auf die Suche gehen. Der Zeuge habe dies nicht hinterfragt, auch wenn Gina H. zuvor nicht wirklich erwähnt habe, sich an der Suche beteiligen zu wollen. Er selbst kenne den Ort rund um Klein Upahl nicht. Der Richter findet es ungewöhnlich, dass Christian D. nicht stutzig geworden sei aufgrund dieser ungewöhnlichen Idee seitens Gina H. und vermutet, dass Christians Motivation sexuell gegenüber der Angeklagten gewesen sei, was der Zeuge verneint.
Um 21:30 Uhr habe er Gina H. abgeholt. Eine Lampe habe man nicht mitgenommen, da man zur Suche eine Wärmebildkamera habe verwenden wollen. Von einem Hochsitz aus habe man mithilfe der Wärmebildkamera jedoch nur Tiere sehen können. Am Tümpel selbst habe die Kamera die dichten Büsche nicht durchdringen können. Gina bat daraufhin darum, noch einmal näher zum Tümpel zu gehen. Damals habe er dies nicht hinterfragt, rückblickend vermute er jedoch, dass Gina H. genau gewusst habe, wo sie hinwollte. Trotz des Regens habe Gina näher zum Wasser gehen wollen, er selbst sei am Rande der Böschung stehengeblieben. Plötzlich habe die Angeklagte laut gerufen. Der Zeuge sei sich nicht mehr sicher, ob sie „Da ist was!“, oder „Da ist er!“, gerufen habe.
Er sei zu ihr gegangen und habe das Gebilde am Boden für ein Rohr gehalten. Als er es berührte, konnte er jedoch nicht erkennen, um was es sich handelte. Gina H. habe sich entsetzt gezeigt, der Zeuge selbst habe das Bedürfnis gehabt, sofort zu verschwinden. Er habe sich dazu entschieden, die Polizei nicht zu rufen, weil er nichts damit zu tun haben wollte. Obwohl Gina H. im Auto darüber gesprochen habe, die Polizei zu informieren, habe Christian D. abgelehnt, den restlichen Weg habe man geschwiegen. Er habe Gina dann bei Olaf K. abgesetzt. Man habe sich eilig verabschiedet. Die restliche Nacht habe er schockiert auf einem Hochsitz verbracht. Am Morgen des Folgetages habe er aus den Nachrichten erfahren, dass Fabians Leiche gefunden worden sei. Kurz darauf habe Gina ihn angerufen und gebeten, ihren Sohn aus der Schule abzuholen, da sie mit der Polizei zugange sei.
Noch am selben Tag habe der Zeuge den Kontakt zu Gina H. abgebrochen. Er habe ein schlechtes Gefühl gehabt, wollte seine Familie schützen und habe sich ausgenutzt gefühlt.
Nun wird die Kommunikation zwischen Christian D. und Gina H. beleuchtet. Das Gericht spricht auf die finanzielle Situation der Angeklagten an und fragt, ob Christian D. wisse, wie die hohen Rechnungen bezahlt wurden. Er gibt an, zu glauben, dass Matthias R. für das Geldverdienen verantwortlich war.

Der Zeuge möchte anhand der Tatortbilder keine genaueren Ortsangaben zur Suche am 13. Oktober machen, da er den Anblick nicht erträgt. Der Richter willigt ein. Er möchte jedoch noch einmal auf die Beziehung zwischen dem Zeugen und der Angeklagten eingehen. Holger Schütt kann sich nicht vorstellen, dass es hier nur um reine Freundschaft ging. Christian D. lehnt eine sexuelle Beziehung vehement ab. Auch als der Richter anzügliche Nachrichten vorspielen lässt, bleibt der Zeuge bei seiner Aussage. Es wären nur schriftliche Nachrichten gewesen, Taten seien nicht gefolgt.

Einer der Verteidiger wirft nun ein, dass er wisse, dass in Christian D.s Auto ein Rucksack mit einer Lampe sei, der auch am 13. Oktober im Auto lag. Er hakt nach, ob nicht doch eine Lampe im Spiel gewesen sei, was der Zeuge verneint. Der Verteidiger fragt nach, warum der Zeuge bei der Polizei damals angegeben habe, die Leiche nicht angefasst zu haben, es nun aber doch zugebe. Zudem habe man ihm eine Google-Suche nachweisen können, ob man Fingerabdrücke auf Brandleichen nachweisen könnte. Christian D. gibt die Google-Suche mit dem Hintergrund zu, Angst gehabt zu haben, dass man ihm etwas anhängen könnte. Der Verteidiger möchte wissen, ob Gina beim Treffen am See am 10. Oktober z.B. nach Rauch gerochen habe. Christian D. ist sich diesbezüglich nicht sicher, er glaube aber nicht, dass er etwas gerochen habe. Der Verteidiger weist ihn darauf hin, dass er bei der Polizei ausgesagt habe, nichts gerochen zu haben. Die Verteidigung geht noch einmal auf den Leichenfund ein. Auch hier habe Christian D. bei der Polizei ausgesagt, dass er etwas Menschliches erkannt haben wollte, während seiner Aussage zuvor sprach er jedoch von Rohren. Die Verteidigung beginnt, sein Erinnerungsvermögen anzuzweifeln. Es gibt eine weitere Unstimmigkeit zwischen der polizeilichen Aussage und der Aussage vor Gericht. So habe Christian D. bei der Polizei erwähnt, dass Gina H. auf dem Heimweg mit Olaf telefoniert habe, im Gerichtssaal habe er jedoch gesagt, dass man auf dem Heimweg geschwiegen habe. Der Zeuge gibt an, sich nicht mehr erinnern zu können.

Der Zeuge wird entlassen.

Fabian: Prozesstag 3

Prozesstag 3 – 05.05.2026

 

Vorankündigung

Verteidiger Thomas Löcker eröffnet damit, dass der Zeuge ausfindig gemacht wird, der im Dezember 2025 die Polizei über einen Messerfund in einem Mülleimer bei Güstrow informierte. Laut Matthias R. wurde der Aussage des Zeugen seitens der Polizei nicht nachgekommen.

 

Fortsetzung der Aussage von Matthias R. – Fabians Vater

Matthias R. gibt an, dass er der Hauptverdiener in der Beziehung zu Gina H. war. Während er morgens um 6 zur Arbeit ging, habe sie sich um Haushalt und Pferde gekümmert. Über seine psychische Erkrankung könne er jedoch nicht viel sagen. Man habe nicht groß darüber gesprochen und angemerkt habe er es ihr auch kaum. Im Jahr 2022 oder 2023 habe Gina bemerkt, dass sie schwanger sei. Sie habe das Kind im beidseitigen Einverständnis abgetrieben.

Gina H. sei eine eifrige Handynutzerin gewesen, die das Gerät nie ausgeschaltet habe. Von besonderer Wichtigkeit seien ihr ihre Pferde gewesen. Als eines der Tiere im Jahr 2024 starb, habe ihr das den Boden unter den Füßen weggerissen. Gina H. vergießt Tränen, als Matthias R. vom Tod ihres Pferdes spricht.

Als Grund für die Trennung im August 2025 gibt Matthias R. an, mehr Zeit für sich gehabt haben zu wollen, da Gina sich vor allem dann vernachlässigt fühlte, wenn er seinen Hobbys nachging.
Im Folgenden werden zahlreiche Sprachnachrichten von Matthias R. abgespielt, in denen die Konflikte in der Beziehung deutlich werden. In diesen bezeichnet er Gina H. als kontrollierend und beschreibt, dass er nur arbeiten gehe, damit sie ihre Rechnungen bezahlen könne. Auf die Nachrichten reagiert er wie bereits zuvor und gibt an, diese Dinge nur aus Wut gesagt und nicht so gemeint zu haben. Er möchte keinen genauen Geldbetrag nennen, den er monatlich in die Finanzierung von Gina hat fließen lassen.

Auf Nachfrage berichtet Matthias R., dass Gina ihn dazu angehalten hat, den Streit mit Fabian hinzunehmen und nicht weiter zu versuchen, wieder in Kontakt mit seinem Sohn zu kommen. In einer weiteren Sprachnachricht nach der Trennung berichtet Matthias Gina, dass er sich nun wieder gut mit Fabian verstehe und dass ihr Verhältnis wieder wie VOR der Beziehung mit ihr sei. Er sei nicht bereit, Fabian oder seine Eltern für sie aufzugeben, immerhin sei auch sie bestimmt nicht dazu bereit, ihren Sohn, ihre Großeltern und ihre Pferde für ihn zurückzulassen. Auf die Nachfrage, wieso er gerade ein solches Gedankenspiel im Gespräch mit Gina H. anführte, weiß Matthias nicht zu beantworten.
Eine weitere Sprachnachricht belegt, dass Gina eifersüchtig darauf war, dass Matthias weiterhin Kontakt zu Fabians Mutter Dorina hatte. Ein Mann mit einem Kind käme deshalb für sie nicht mehr in Frage.
Weitere Sprachnachrichten sind geprägt vom Auf und Ab der Gefühle. Beide Beteiligten schwanken zwischen Vorwürfen und Liebesbekundungen. Gina H. deutet neben suizidalen Absichten auch an, dass sie, um glücklich zu sein, nur Matthias R., ihre Pferde und ihren Hund brauche. Weder ihr eigener Sohn noch Fabian werden von ihr aufgezählt.
Wenige Tage vor Fabians Verschwinden sei man sich dann doch wieder nähergekommen und habe auch Sex gehabt.
Am 09. Oktober, dem Abend vor Fabians Verschwinden, gab es einen erneuten Streit. Der Grund war wieder einmal der Alkoholkonsum seitens Matthias R.

Den 10. Oktober verbrachte Matthias R. bei der Arbeit, wo er sich auch zur Zeit von Fabians Verschwinden aufhielt. Um 12:46 erhält er dort eine Sprachnachricht von Gina H., die ihm mitteilt, dass sie ihn wegen des Streits am Vorabend überall blockiert habe. Kurze Zeit später fand ein Telefonat zwischen den beiden statt von dem Matthias behaupte, den Inhalt nicht mehr zu wissen. Einige Stunden später gesteht Gina H. im schriftlich ihre Liebe und den Wunsch, die Beziehung wieder aufzunehmen und es gemeinsam zu schaffen.
Am Nachmittag erhält Matthias R. einen Anruf von Dorina L. die ihm mitteilt, dass Fabian nicht mehr da sei, konnte er ihr zwar nichts zu seinem Aufenthaltsort sagen, er war zu diesem Zeitpunkt aber auch noch nicht besorgt. Erst als Fabian auch am Abend des 10. Oktober nicht wieder aufgetaucht war, wurde er unruhig. Er möchte Gina seine Sorgen jedoch an diesem Abend noch nicht mitteilen, die beständig nachfragt, was bei ihm nicht stimme.

Es wird nun ein BKA-Gutachten vorgelegt, welches aus dem vollständigen Chatverkehr zwischen Matthias R. und Gina H. erstellt wurde. Es ergibt, dass Gina im Laufe der ganzen Beziehung nicht ein einziges Mal nach Matthias Wohlbefinden gefragt habe oder Nachrichten beantwortet habe, in denen er eindeutig berichtete, dass es ihm nicht gutgehe. Nur in diesem Fall habe sie plötzlich Interesse gezeigt.

Auf einem Überwachungsvideo, welches aus einer Hofeinfahrt in einer Entfernung von etwa 100 m von Fabians Wohnung aufgenommen wurde. Es zeigt einen orangefarbenen Pickup Truck, der in Richtung der Wohnung fährt und nach 10 Minuten wieder davonfährt. Das Nummernschild ist eindeutig als das von Gina H. zu identifizieren. Matthias R. ist sich nicht sicher, ob er das Auto kenne, lenkt nach einer Aufforderung jedoch ein, dass Gina zugegeben habe, an dem Tag in Güstrow Besorgungen gemacht zu haben. Da sie ihre Kontokarte vergessen habe, musste sie umkehren.

Auf einem Foto, das am 10. Oktober um 11:19 Uhr von Gina gemacht wurde, ist ihr Hund auf einem Waldweg zu erkennen. Der Waldweg ist nur knapp 1,5 km vom Leichenfundort entfernt. Eine Erklärung für diesen Umstand habe er von Gina H. nicht erhalten.

Matthias R. bestätigt dem Gericht, dass er an Ginas Unschuld glaubt. Auch auf die Hinweise des Richters, dass die Indizien die Angeklagte schwer belasten, hält Fabians Vater an ihrer Unschuld fest.

Nun geht es um Ginas Google-Suche am 10. Oktober. Hier beginnen die ersten Suchen nach der Polizei bereits um 15:11 Uhr. Zu dieser Zeit war Fabians Verschwinden noch nicht bemerkt worden. Ab 18:14 Uhr googelt sie aktuelle Polizeiinformationen sowie nach einer „Vermissten Person Güstrow“ um 19:22 Uhr. Zu dieser Zeit hatte Dorina L. die Polizei noch nicht informiert, zudem hatte Matthias die Information von Fabians Verschwinden bis dahin noch Gina vorenthalten.

Am 11. Oktober googelt Gina H. um 7:01 Uhr sowie um 7:02 Uhr „Fressen Wildschweine Menschen“ und „Fressen Wildschweine tote Menschen. Gina H. leugnete zunächst diese Suchanfragen getätigt zu haben und schob sie auf Matthias R., der noch Zugriff auf ihren Google Account habe.

 

Auf die Frage nach dem aktuellen Beziehungsstatus von Matthias R. und Gina H. gibt dieser zur Freude der Angeklagten an, dass sie ein Paar seien.

 

Oberstaatsanwalt Harald Nowack fragt Matthias R., ob er je befürchtet habe, dass die Angeklagte etwas mit Fabians Verschwinden zu tun habe, dies verneint er. Nowack weist ihn darauf hin, dass er diese Bedenken mehrfach im Vorfeld der Festnahme geäußert habe. Auch die Nachfrage, ob es weitere Streitigkeiten nach Fabians Verschwinden gab, verneint Matthias R., und auch dies kann der Oberstaatsanwalt anhand von Chatnachrichten widerlegen. In einer Nachricht wirf Gina H. Matthias R. vor, sich im Rahmen des Verschwindens zu oft bei Dorina aufzuhalten. Herr Nowack weist Matthias R. noch einmal darauf hin, dass er zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet sei. Auch weiteres Nachfragen bezüglich einer Aussage bei der Polizei, die Matthias R. getätigt habe und in der er berichtet habe, dass er Gina H. „alles zutraue“, antwortet dieser jedoch abermals, dass er sich nicht erinnere.

Im Rahmen der Nebenklage fragt Frau Christine Habetha, wer nun die Pflege der Pferde übernimmt und sich um Ginas Sohn kümmere. Die Pferde versorge Matthias R., Sohn J. sei in einer Pflegefamilie untergebracht. Frau Habetha spricht Matthias R. auf Ginas Aussage gegenüber einer Jugendamtsmitarbeiterin an, die sie nach Fabians Tod ihr gegenüber gemacht habe. Sie äußerte, dass sie nicht verstehe, warum ausgerechnet bei Fabian so ein Aufsehen gemacht werde, immerhin sterben und verschwinden täglich Kinder.

 

Verteidiger Thomas Löcker legt nun einige Kosten vor, die für den Unterhalt der Pferde monatlich zusammenkommen und fragt schließlich Matthias R., ob er davon ausgehe, dass Gina nur aus finanziellen mit ihm zusammen sei. Matthias R. beantwortet dies mit: „Das kann ich mir nicht vorstellen.“ Des Weiteren spricht er an, dass man bei einem gemeinsamen Ausflug im letzten Sommer graue Kleidung für die Kinder gekauft habe, was von Matthias R. bestätigt wird. Thomas Löcker gibt an, dass die Fasern im Auto auch von dieser Kleidung stammen könnten. Auf die Frage, ob Matthias R. gegenüber einer von Dorinas Freundinnen geäußert habe, dass er glaube, dass Gina in das Verschwinden seines Sohnes involviert sei, antwortet er, sich nicht erinnern zu können.
Matthias R. berichtet, dass Gina H. nicht dabei sein konnte, wenn er Enten schlachtete, sie habe den Anblick nicht ertragen. Auch ein Motiv für den Mord an Fabian könne er sich nicht vorstellen.

Nun geht der Richter auf eine Sprachnachricht ein, die Gina H. kurz nach dem Auffinden der Leiche Matthias R. geschickt habe, in der berichtet sie ihm nichts vom Fund seines toten Sohnes, sondern macht ihm Vorwürfe wegen vermeintlicher anderer Frauen. Matthias R. behauptet, sich dieses Verhalten nicht erklären zu können.

Die Trauerrede, die Matthias R. von Gina H. für Fabian gewünscht hat, hat sie nachweislich von ChatGPT schreiben lassen. Im Prompt beschreibt sie ihn als „ihren Sohn“.