Fabian: Prozesstag 26

Prozesstag 26 – 03.09.2026

Vorbemerkungen

Der Richter gibt zu Protokoll, dass weitere Handydaten von Christian D. ausgewertet werden.
Die Minderjährigen Zeugen werden heute per Video in den Gerichtssaal geschaltet und können nur den Richter sehen.

Zeuge 1 – 10-jähriger Schulkamerad von Fabian

Der Junge sagt aus, Fabian zwischen 13:30 und 14:00 Uhr an einer Bäckerei und später vor der Kirche gesehen zu haben. Der Junge ist sich jedoch nicht sicher, ob dies am 09. Oktober oder am 10. Oktober war. Er tendiere jedoch eher zu Freitag, da er Fabian an diesem Tag nicht am Vormittag in der Schule gesehen habe. Fabian sei mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, der Zeuge erinnert sich jedoch nicht mehr an dessen Kleidung oder die Farbe des Rades.
Der Zeuge wird entlassen.

Zeuge 2 -10-jähriger Schulkamerad von Fabian

Der Junge bestätigt, Fabian mit dem Fahrrad an der Bäckerei gesehen zu haben. Bei der Polizei habe er gesagt, dass es sich dabei um ein orangenes Fahrrad handelte, daran erinnert der Junge sich jetzt nicht mehr. Fabian habe eine Jogginghose und einen Pullover getragen. Der Zeuge sagt zudem, dass er an diesem Freitag fünf Stunden Schule hatte und daher schätzt, dass Fabian gegen 12:40 Uhr beim Bäcker war. Er habe am späten Abend von Fabians Verschwinden erfahren und dann gesagt, dass er den Jungen nach der Schule noch gesehen habe. Die Angeklagte kenne er nicht.
Der Zeuge wird entlassen.

Zeugin 3 – 12-jähriges Mädchen aus Fabians Straße

Das Mädchen sagt aus, Fabian am Freitag, den 10. Oktober um 14 oder 15 Uhr in der Nähe ihrer Wohnung gesehen zu haben. Er sei zu Fuß unterwegs gewesen, sonst sei er immer mit dem Fahrrad gefahren. Hinter ihm seien zwei Männer gegangen. Fabian sei immer schneller geworden, ein Mann habe sich ihm von hinten genähert. Beide Männer seien schwarz gekleidet gewesen, haben dunkle Haare und Bärte gehabt. Ihre Hände hätten die Männer in den Hosentaschen gehabt. Fabian hätte eine graue Jogginghose und eine Jacke getragen.
Die Zeugin wird entlassen.

Ergänzung der Einlassung von Gina H.

Verteidiger Thomas Löcker liest die Ergänzung vor. Gina H. gibt an, dass sie gern dazu bereit ist, den Parkplatz auf einem Stadtplan einzuzeichnen, den sie am 10.10.2025 bei der Bank genommen hat. Sie parkte in Güstrow am Wall. Zudem ergänzt sie auch einige Gewohnheiten zu der Nutzung ihres Handys.

Die Einlassung bezieht sich nun auf den jüngeren Bruder von Matthias R., der kognitiv eingeschränkt sei und nie eine Freundin gehabt habe. Ginas Sohn und Fabian haben gern mit dem ruhigen und unauffälligen Onkel gespielt.

Nebenklage

Anwältin Christine Habetha (Vertreterin der Nebenklage) stellt einen Beweisantrag. Sie wünscht, Raffaela J. als Zeugin zu laden. Dabei handelt es sich um eine Freundin von Dorina L. Ihr Video von TikTok (siehe Prozesstag 24) beinhaltete die Erwähnung des Ortes Klein Upahl, dass am 18. Oktober 2025 auf der Social Media Plattform veröffentlicht worden sein soll. Christina Habetha möchte Raffaela J. genau deshalb als Zeugin vernehmen lassen, um zu bestätigen, dass Gina H. den Ort „Klein Upahl“ nicht bereits am 13. Oktober aus diesem Video gehört haben kann.

Sprachnachrichten

Zeitraum 20.10.2025 bis 06.11.2025
Am 20. Oktober schickt Gina H. eine Sprachnachricht an Matthias R., in der sie ihn darum bittet, doch auch mal für sie da zu sein und dass sie ihn vermisste. Sie bittet ihn darum, dass man gemeinsam füreinander da sein soll. Kurze Zeit später schwenkt die Sprachnachricht auf einen Vorwurf um. Er könne ja mit dem Auto in der Gegend herumfahren, warum er dann nicht zu ihr fahren könne?
In einer Sprachnachricht vom 22. Oktober an Olaf K. geht es um das verschwundene Messer. Gegen Mittag fragt sie ihn, ob er das Messer gefunden habe, worauf er keine Antwort gibt. Daraufhin hakt sie ca. 1 Stunde später noch einmal nach. Olaf K. antwortet schließlich, dass das Messer noch immer verschwunden sei und er die Polizei noch nicht informiert habe. Die Angeklagte antwortet darauf, dass es nicht weg sein könne und sie es nie in der Hand hatte. Olaf K. antwortet damit, dass er das auch nie behauptet habe.

Schlussbemerkungen

Der Staatsanwalt gibt an, dass er davon ausgeht, dass sich die beiden Jungen, die als Zeuge ausgesagt haben, schlichtweg im Datum vertan haben und ihre Beobachtungen nicht am 10. Oktober, sondern am Donnerstag, den 09. Oktober gemacht haben. An diesem Tag war Fabian tatsächlich mit dem Fahrrad unterwegs und kam bei der Bäckerei vorbei, die beide Jungen beschrieben hatten. Das Mädchen hingegen hält die Staatsanwaltschaft für unglaubwürdig, da auch bei der Polizei ihrerseits bereits sehr widersprüchliche Aussagen gemacht wurden. Die Verteidigung hingegen ist sicher, dass die beiden Jungen Fabian am Freitag gesehen haben. Ihre sich deckenden Aussagen sind für sie überzeugend.

Gina H. bestätigt auf Nachfrage, dass sie nächste Woche Fragen zu ihrer Einlassung beantworten wird.

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