Fabian: Prozesstag 24

Prozesstag 24 – 28.08.2026

Zeuge – Cousin von Gina H.

Der Zeuge kennt Gina H. bereits ihr ganzes Leben lang. Man habe den Kontakt immer gehalten, wenn teilweise auch nur sporadisch. Der Zeuge beschreibt das Verhältnis als gut. Zudem habe er auch Kontakt zu Matthias R. Bereits früher sei Gina durch ihr aufbrausendes Verhalten aufgefallen und auch die Eifersucht gegenüber ihrer Schwester sei ihm nicht entgangen. Die Beziehung zu Matthias R. habe er als harmonisch empfunden, Streitereien waren in seinen Augen eher die typischen Auseinandersetzungen einer Beziehung. Der Zeuge berichtet, dass Gina wegen ihrer Verlustängste häufiger Schwierigkeiten in Beziehungen habe. Fabian habe er bei seiner Einschulung einmal gesehen, Gina H. habe über den Jungen aber in seiner Gegenwart nie viel erzählt. Finanziell habe Gina H. es meist schwer gehabt. Deshalb habe sie sowohl von ihren Großeltern als auch von Matthias R. Unterstützung erhalten. Auch ihn habe sie einmal gefragt, ob sie für ihn für einen Kredit bürgen könne. Der Kredit in Höhe von 28.000 EUR sei für eine Umschulung gewesen. Er habe ihr diesen Wunsch erfüllt. Sie selbst habe die Kreditraten abbezahlt. Der Kredit laufe derzeit noch immer und die Großeltern haben die Zahlung der Rate übernommen. Er selbst sei dazu nicht in der Lage und er habe Gina auch von Beginn an klargemacht, dass er die Raten im Zweifelsfall gar nicht übernehmen könne.
Er habe Gina einmal im Gefängnis besucht, über den Fall habe er mit ihr jedoch nicht gesprochen. Von ihrer Festnahme habe er aus dem Fernsehen erfahren. Bestimmte Themen seien in der Familie einfach nicht besprochen worden, dazu gehören auch psychische Probleme.
Der psychiatrische Gutachter wundert sich, dass Gina H. ihren Cousin in all den Gesprächen nie erwähnt hat. Der Zeuge kann sich dies ebenfalls nicht erklären, gerade, weil er ihr geholfen hat, eine derart hohe Geldsumme zu bekommen.
Da der Zeuge mit Matthias R. in Kontakt steht, möchte Richter Holger Schütt wissen, ob dieser sich einmal bezüglich eines mögliches Verdachts im Hinblick auf den Mörder seines Sohnes geäußert habe. Der Zeuge verneint dies, gibt jedoch an, dass Matthias R. von Ginas Unschuld überzeugt sei. Er selbst beziehe seine Informationen zu dem Fall von TikTok. Hier herrsche sehr viel Hass gegenüber seiner Cousine. Sogar Morddrohungen würden gepostet werden.
Die Verteidigung fragt den Zeugen, wie Gina zum Thema Jagen stehe. Er berichtet, dass sie nicht gern bei der Jagd dabei war, da ihr das Zerlegen der Tiere schon immer Probleme bereitet habe.
Der Zeuge wird entlassen.

TikTok-Video

Das Video zeigt eine Freundin von Dorina L. Diese ruft dazu auf, dass Menschen sich melden sollen, die Fabian gesehen haben. In dem Video wird Klein Upahl erwähnt. Hier befindet sich auch der Tümpel, an dem Fabians Leiche gefunden wurde. Das Gericht wird nun überprüfen müssen, ob das Video vor dem Auffinden von Fabians Leiche im Netz veröffentlicht wurde, und Gina H. somit aufgrund dessen eine Idee bekommen haben könnte, bei Klein Upahl zu suchen, oder ob das Video erst nach dem Auffinden der Leiche gepostet wurde. Die Nebenklage ist sicher, dass das Video erst am 18. Oktober gepostet wurde. Das Gericht wird dies genauer in Augenschein nehmen.

Sprach- und Chatnachrichten

Bei der Auswertung von Dorina L.s Handy werden Chatnachrichten zwischen ihr und Gina H. präsentiert. In einer Nachricht berichtet Gina, dass sie Fabian in den Kindergarten gebracht habe. Das Wochenende sei nicht so schlimm verlaufen wie sonst, Fabian habe seinen Vater jedoch kaum an sich herangelassen. In einer Sprachnachricht nach der Trennung von Matthias R. beschwert sich Gina H. bei Dorina L., dass sie die Welt nicht mehr verstehe. Plötzlich würden Fabian und Matthias sich wieder gut verstehen. Fabian würde ein Spiel spielen, obwohl sie ihn immer gut behandelt habe. Sie wirft Dorina außerdem vor, dass Matthias zu viel Zeit mit ihr verbringe. Später gibt sie zu verstehen, dass es für sie okay sei, dass die beiden wieder Kontakt haben, trotzdem verwirre sie dieses Hin und Her.
Die Sprachnachrichten vom Morgen des 10. Oktober beinhalten neben Ginas Arbeit bei den Pferden auch Beschwerden über Matthias R. Sie gibt hier auch an, dass gleich auch der Hufschmied vorbeikäme.
In einer Sprachnachricht um 12:00 Uhr mittags an Matthias R. sagt Gina H. dass sie ihn am Vorabend blockieren musste, weil er wieder einmal stark alkoholisiert war. Daraufhin antwortet Matthias R. gegen 13:00 Uhr, dass er nicht verstehe, warum nur er sich ändern solle und frage sich, ob Gina H. ihn eigentlich liebe oder hasse.
Die Sprachnachrichten vom 15. Oktober zwischen Gina H. und Matthias R. beinhalten, dass Matthias R. über den Schmerz des Verlusts spricht. Gina H. antwortet, dass auch sie leide. Sie gibt an, dass niemand für sie da sei und beschwert sich, dass sie glaube, Matthias R. habe ihre Handynummer gelöscht, da für sie sein Profilbild bei Whatsapp  nicht mehr sichtbar sei. Sie gibt an, nichts mit Fabians Tod zu tun zu haben und mit der Polizei kooperiere.

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