Prozesstag 18 – 07.07.2026
Vorbemerkungen
Die Verteidigung weist darauf hin, dass die Angeklagte ihre Entscheidung zurückgezogen hat, ihren Hausarzt von der Schweigepflicht zu entbinden. Der damit am 19. Verhandlungstag erwartete Mediziner wird nicht aussagen.
Zeugin 1 – Polizeibeamtin
Die Beamtin war mit der Untersuchung von Fabians Handy betraut. Sie rekonstruierte, dass der Junge am Abend des 09. Oktober noch mit einem Freund telefoniert habe. Am Morgen des 10. Oktober habe er ebenjenen Freund um 06:52 Uhr angerufen, dieser habe jedoch nicht abgehoben.
Nach Fabians Verschwinden wurde noch einmal auf sein Google-Konto zugegriffen, dies konnte jedoch einem von Dorina L. engagierten Privatermittler zugeschrieben werden.
Am 14 Oktober sei die Beamtin bei Gina H.s Großeltern zu Hause gewesen. Auch Olaf K. war hier anwesend, der sich interessiert an den Ermittlungen zeigte und auch fragte, warum und nach was mit Hunden gesucht werden würde. Er habe sich selbst als „seelischen Beistand“ bezeichnet. Zudem habe er gegenüber den Polizisten angemerkt, dass er sich gedacht habe, dass Gina „noch mal“ in den Wald fahren würde. Auf Nachfrage, ob er wisse, was Gina am Sonntagabend getan habe, habe er zunächst ausgesagt, dies nicht zu wissen, habe dann jedoch kurz darauf seine Aussage korrigiert und behauptet, mit Gina gemeinsam auf der Pferdekoppel gewesen zu sein.
Kurze Zeit später sei auch Matthias R. in alkoholisiertem Zustand am Haus der Großeltern von Gina H. aufgetaucht. Er habe den Polizisten gegenüber erwähnt, dass er Gina H. alles zutrauen würde und zeigte ihnen diverse Chatnachrichten, in denen Gina H. sich darüber beschwerte, nicht bei der Suche nach Fabian helfen zu dürfen.
Am 14. Oktober schrieb Matthias R. um 13:13 Uhr an Gina, dass man bei Klein Upahl die verbrannte Leiche eines Kindes gefunden habe, woraufhin Gina H. antwortete, dass sie jetzt nicht reden könne.
Die Zeugin wird entlassen.
Zeugin 2 – Polizeibeamtin
Die Beamtin war an der Auswertung der Handys von Christian D. und Heike M. beteiligt. Sie gibt an, dass zahlreiche Chatnachrichten im Verlauf von Christian D.s Handys (privat wie geschäftlich) gelöscht wurden und somit ganze Konversationen keinen Sinn mehr ergaben.
Am 13. Oktober 2025 schrieb Gina H. um 20:57 Uhr an Christian D., dass sie sich entschuldigen und ihm etwas gestehen müsse. Eine Antwort seitens Christian D. habe es nicht gegeben. Nach dem gemeinsamen Besuch am Tümpel in Klein Upahl habe Gina um kurz vor Mitternacht noch einmal geschrieben, dass sie mit der Situation nicht klarkäme, worauf Christian D. antwortete, dass es wirklich eine schwere Situation sei.
Am Abend des 5. November habe Gina H. an Christian D. geschrieben „Jetzt fängt der Scheiß von vorn an“, nachdem der Fall Fabian in Aktenzeichen XY … ungelöst thematisiert wurde.
Die Auswertung von Heike M.s Handy bestätigt ihre Aussage vom 13. Prozesstag im Wesentlichen.
Die Zeugin wird entlassen.
Sprach- und Chatnachrichten
Dieses Mal handelt es sich um Nachrichten aus Februar 2025 zwischen Gina H. und Matthias R. Abermals wird deutlich, dass die beiden viele Unstimmigkeiten hatten. Vor allem die Eifersucht der Angeklagten ist zentrales Thema. Sie wolle wissen, wo Matthias R. sich aufhalte und mit wem er rede. In einer Sprachnachricht ist sie wütend darüber, dass Matthias R. so lange bei seiner Zahnärztin ist und wirft ihm vor, sich extra für den Arztbesuch umgezogen zu haben.
Am 27. März 2025 sagt Gina H. in einer Sprachnachricht an Matthias R., dass er genau wisse, dass er sie erpressen könne, da sie von ihm abhängig sei. Sollte er aufhören, sie finanziell zu unterstützen, würde sie alles verlieren.
Auch Matthias R. ist sich der schwierigen finanziellen Lage durchaus bewusst. Er gibt mehrfach an, nicht mehr zu wissen, wo er noch Geld auftreiben solle. Er würde schon mehr arbeiten als er könne und will seinen Kummer in Alkohol ertränken.
Um sich finanziell abzusichern, wäre Gina sogar bereit gewesen, freizügige Bilder auf der Plattform Onlyfans zu veröffentlichen. Hierzu gab es bereits Kontakt zu einem Fotografen.
Zeugin 3 – Polizeibeamtin der Mordkommission
Die Beamtin war u.a. an der Auswertung des Handys von Matthias R. beteiligt. Vor allem die Tatsache, dass Matthias R. den Kontakt zu Dorina L. aufrechterhalten hat, war Gina H. ein Dorn im Auge. Nach Fabians Verschwinden habe die Angeklagte kaum Verständnis für den besorgten Vater aufbringen können, stattdessen habe sie ihm abermals Vorwürfe gemacht, sich nicht genug um sie zu kümmern.
Die Zeugin wird entlassen.
Zeugin 4 – Polizeibeamtin
Bereits beim Verschwinden des Jungen war die Polizeibeamtin im Einsatz und führte ein Gespräch mit Dorina L., die sichtlich besorgt und hilflos wirkte.
Die Beamtin war dann am 14. Oktober 2025 nach der offiziellen Meldung des Leichenfundes durch Gina H. am Tümpel bei Klein Upahl im Einsatz. Sie gibt an, dass Gina H. ihnen den Weg zur Leiche per Geste gewiesen habe. Gina H. habe wenig emotional und ihre Aussage auswendig gelernt gewirkt. Vor allem die Tatsache, dass der Junge wie „Müll“ weggeworfen und seiner „letzten Würde“ beraubt wurde, habe die Zeugin besonders mitgenommen. Auch für sie habe es sich um eine außergewöhnlich schreckliche Erfahrung gehandelt, sodass sie nach dem 14. Oktober therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen musste.
Die Zeugin wird entlassen.

