Der Fall Fabian – Die Vorgeschichte
Einleitung
Am 10. Oktober 2025 verschwindet der achtjährige Fabian aus Güstrow spurlos. Vier Tage später wird seine teilweise verbrannte Leiche an einem abgelegenen Gewässer nahe Klein Upahl im Landkreis Rostock gefunden. Was als Vermisstenfall beginnt, entwickelt sich innerhalb weniger Wochen zu einem intensiven Mordverfahren.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht kurze Zeit später die 30-jährige Gina H., die bis kurz vor dem Verschwinden mit Fabians Vater Matthias R. eine Beziehung geführt hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, den Jungen ermordet zu haben. Als Motiv werden niedere Beweggründe angenommen. Fabian soll der Beziehung zu ihr und Matthias R. im Weg gestanden haben. Seit dem 28. April 2026 muss sich Gina H. vor dem Landgericht Rostock verantworten. Die Angeklagte vermeldete eine Einlassung zur Tat am 24. August. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Fabian
Der achtjährige Fabian lebte überwiegend bei seiner Mutter Davina L. in Güstrow. Sie lebt vom Kindsvater getrennt. Nach den Aussagen von Fabians Eltern galt dieser als freundlicher, hilfsbereiter und offener Junge.
Zum Zeitpunkt seines Verschwindens war Fabian allein zu Hause. Davina L. befand sich auf der Arbeit. Diese Situation spielte nach Auffassung der Staatsanwaltschaft später eine entscheidende Rolle.
Der 10. Oktober 2025
Nach den bisherigen Ermittlungen nutzte Fabian sein Mobiltelefon an jenem Vormittag mehrfach. Gegen 10:50 Uhr wurde das Handy nach den Auswertungen der Ermittler letztmals aktiv benutzt. Danach verliert sich Fabians Spur.
Als seine Mutter am Nachmittag nach Hause zurückkehrte, war ihr Sohn verschwunden. Kurz darauf begann eine groß angelegte Suchaktion.
Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und zahlreiche freiwillige Helfer beteiligten sich an der Aktion. Auch Suchhunde, Drohnen und Hubschrauber kamen zum Einsatz. Der Fall bewegte innerhalb weniger Stunden Menschen weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus. Fabians Mutter Davina konsultiert einen Privatdetektiv, der bei der Suche helfen soll.
Vier Tage der Ungewissheit
Während der Suche gingen bei der Polizei zahlreiche Hinweise ein. Die Beamten ermittelten in alle Richtungen, um Fabian zu finden und seine letzten Schritte zu rekonstruieren.
Die Ermittler überprüften Zeugenaussagen, sichteten Überwachungskameras und werteten digitale Spuren aus. Gleichzeitig hofften Familie, Freunde und die Öffentlichkeit, Fabian lebend zu finden.
Die Polizei schloss zu diesem Zeitpunkt nicht aus, dass der Junge Opfer einer Straftat geworden sein könnte. Dementsprechend richtete man den Fokus sowohl auf ein mögliches Verbrechen als auch auf die weitläufige Suchaktion.
Der Leichenfund am 14. Oktober 2025
Am 14. Oktober 2025 informiert Gina H. die Polizei, dass sie beim Spaziergang mit einer Freundin und ihren beiden Hunden am Tümpel bei Klein Upahl Fabians Leichte entdeckt habe. Der Fundort liegt rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt. Die Leiche des Jungen war durch Verwesung und Tierfraß bereits in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach ersten Ermittlungen war der Körper teilweise verbrannt worden. Die spätere Obduktion ergab, dass Fabian an sechs Messerstichen starb von denen zwei direkt ins Herz gingen; das Feuer wurde nach seinem Tod gelegt. Vermutlich wurde ein Brandbeschleuniger verwendet.
Die Sonderkommission
Nach dem Leichenfund richtete die Polizei eine Mordkommission deren Ermittlungen sich zu einem der umfangreichsten Prozess in der Geschichte der Region entwickelten.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden:
- mehr als 1.000 Spuren ausgewertet,
- über 60 Zeugen vernommen,
- zahlreiche Datenträger, Mobiltelefone und Fahrzeuge untersucht,
- umfangreiche rechtsmedizinische, kriminaltechnische und digitale Gutachten eingeholt.
Die Ermittlungen dauerten mehrere Monate an.
Die Festnahme
Im November 2025 nahmen Ermittler die 30-jährige Gina H. aus dem Landkreis Rostock fest, die schnell in den Fokus der Ermittlungen geraten war. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft ergab sich aus der Gesamtheit der Indizien ein dringender Tatverdacht. Das Amtsgericht erließ daraufhin Haftbefehl wegen Mordverdachts.
Die Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Mehrere Anträge ihrer Verteidigung auf Haftprüfung blieben ohne Erfolg.
Die Anklage
Am 9. März 2026 erhob die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage wegen Mordes.
Nach ihrer Darstellung soll die Angeklagte Fabian am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus der Wohnung gelockt haben. Anschließend soll sie mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl gefahren sein und ihn dort mit sechs Messerstichen getötet haben. Danach soll sie versucht haben, die Leiche anzuzünden, um Spuren zu beseitigen.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen begangen wurde. Als mögliches Motiv nennt sie unter anderem die konfliktreiche Beziehung zum Vater des Jungen. Diese Vorwürfe sind Gegenstand des laufenden Prozesses und bislang nicht rechtskräftig festgestellt. (Stand 03.08.2026)

